#runtervonderpalme
«Jetzt ist schon wieder was passiert» – mit diesem mürrischen Satz leitet Wolf Haas seine Krimis ein, in denen ein in seiner Gemütlichkeit unfein gestörter Kommissar Brenner den blutigsten Verbrechen nachforscht. Brenner, schon der Name ist ein Witz, recherchiert mit einer Mischung aus Milieunähe, Faulheit und irgendwann dann doch noch einsetzender professioneller Faktenneugier. Dieser Brenner war nie ein Selbst-, eher ein qualmend-tuckernder Spätzünder. Sozusagen Nachbrenner.
Im Gegensatz zu dem österreichischen Kultermittler, der durch nichts aus seiner Puntigamer Bierruhe zu bringen ist, funktionieren die jüngsten Aufreger zu Machtmissbrauch, strukturellem Rassismus oder Coronafrust in Theater und Film eher nach dem Prinzip Brandbeschleunigung. Zwar werden an betroffenen Stellen von den einen meist panikartig Löschdecken ausgebreitet, während andere kräftig Öl ins Feuer gießen. Zur Aufklärung der Sachverhalte trägt beides wenig bei.
Im März ist übers Wochenende der Intendant der Berliner Volksbühne, Klaus Dörr, zurückgetreten. Ihm wurde in einem Artikel der «taz» von zehn Frauen Machtmissbrauch und Sexismus vorgeworfen. Die «taz» hatte von übergriffigen Chat-Verläufen und ...
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Theater heute Juni 2021
Rubrik: Foyer, Seite 1
von Franz Wille
2./MITTWOCH
20.15, das Erste: Der große Rudolph
Fernsehfilm (Deutschland/Tschechien 2018), mit Thomas Schmauser, Hannelore Elsner, Lena Urzendowsky, Robert Stadlober, Daniel Christensen, Sunnyi Melles, Hanns Zischler, Pavel Travnicek, Lara Mandoki, Gerhard Wittmann u.a.
6./SONNTAG
18.30, 3sat: Kunst als Waffe – Die Welt des Gottfried Helnwein
Dokumentation 2018 von...
Stephen Parker, der englische Literaturkritiker und kürzlich emeritierte Germanist an der Cardiff University, Verfasser einer kompetenten und gut lesbaren, 2018 auch in deutscher Übersetzung erschienenen Brecht-Biografie, hat jetzt im Wallstein Verlag das auf Französisch in Kalifornien verfasste so genannte «Journal amoureux» von Friedrich Wilhelm Wedekind...
Die Geste ist eines der zentralen Elemente des Theaters überhaupt und steht regelmäßig im Fokus von theatertheoretischen Betrachtungen. Schon die griechische Rhetorik fragte auch nach der Geste des Sprechers, um seine Aussagen zu verstärken, und in der Renaissance kamen Gestentafeln auf, die regelten, wie was auszudrücken war. Letzteres ist vor allem der...
