#runtervonderpalme
«Jetzt ist schon wieder was passiert» – mit diesem mürrischen Satz leitet Wolf Haas seine Krimis ein, in denen ein in seiner Gemütlichkeit unfein gestörter Kommissar Brenner den blutigsten Verbrechen nachforscht. Brenner, schon der Name ist ein Witz, recherchiert mit einer Mischung aus Milieunähe, Faulheit und irgendwann dann doch noch einsetzender professioneller Faktenneugier. Dieser Brenner war nie ein Selbst-, eher ein qualmend-tuckernder Spätzünder. Sozusagen Nachbrenner.
Im Gegensatz zu dem österreichischen Kultermittler, der durch nichts aus seiner Puntigamer Bierruhe zu bringen ist, funktionieren die jüngsten Aufreger zu Machtmissbrauch, strukturellem Rassismus oder Coronafrust in Theater und Film eher nach dem Prinzip Brandbeschleunigung. Zwar werden an betroffenen Stellen von den einen meist panikartig Löschdecken ausgebreitet, während andere kräftig Öl ins Feuer gießen. Zur Aufklärung der Sachverhalte trägt beides wenig bei.
Im März ist übers Wochenende der Intendant der Berliner Volksbühne, Klaus Dörr, zurückgetreten. Ihm wurde in einem Artikel der «taz» von zehn Frauen Machtmissbrauch und Sexismus vorgeworfen. Die «taz» hatte von übergriffigen Chat-Verläufen und ...
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Theater heute Juni 2021
Rubrik: Foyer, Seite 1
von Franz Wille
Eva Behrendt Sie nutzen gerade Ihr Forschungssemester, um möglichst viel durch Deutschland zu wandern, Interviews mit Menschen auf der Strecke zu machen und am Ende ein Buch zu schreiben. Ist das die neue Corona-bedingte Wanderlust, oder haben Sie dabei vor allem Theater im Hinterkopf?
Stefanie Wenner Ich habe mich jetzt zwei Jahre lang damit befasst, wie Kultur...
Dorion Weickmann Wer kann jetzt welche bühnentechnischen Neustart-Mittel beantragen?
Wesko Rohde Das Programm ist hauptsächlich für Privattheater gedacht, davon gibt es schätzungsweise tausend in Deutschland. Rund 600 Förderungen haben wir beim ersten Mal vergeben. Gefördert wird jede pandemiebedingte Investition: vom Desinfektionsmittel über kontaktloses...
So müssen sich die antiken Griechen gefühlt haben, wenn sie bei der Uraufführung eines Tragödienzyklus waren. Ein großes gemeinschaftliches Erlebnis und die faszinierende Neugestaltung eines alten Mythos: Das war «Dionysos Stadt» 2018 an den Münchner Kammerspielen. Christopher Rüping gelang damals eine so kluge wie berührende zeitgenössische Neudeutung des...
