#runtervonderpalme

Die Gesellschaft der Aufgeregten könnte ein Puntigamer Bier vertragen

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«Jetzt ist schon wieder was passiert» – mit diesem mürrischen Satz leitet Wolf Haas seine Krimis ein, in denen ein in seiner Gemütlichkeit unfein gestörter Kommissar Brenner den blutigsten Verbrechen nachforscht. Brenner, schon der Name ist ein Witz, recherchiert mit einer Mischung aus Milieunähe, Faulheit und irgendwann dann doch noch einsetzender professioneller Faktenneugier. Dieser Brenner war nie ein Selbst-, eher ein qualmend-tuckernder Spätzünder. Sozusagen Nachbrenner.

 

Im Gegensatz zu dem österreichischen Kultermittler, der durch nichts aus seiner Puntigamer Bierruhe zu bringen ist, funktionieren die jüngsten Aufreger zu Machtmissbrauch, strukturellem Rassismus oder Coronafrust in Theater und Film eher nach dem Prinzip Brandbeschleunigung. Zwar werden an betroffenen Stellen von den einen meist panikartig Löschdecken ausgebreitet, während andere kräftig Öl ins Feuer gießen. Zur Aufklärung der Sachverhalte trägt beides wenig bei. 

Im März ist übers Wochenende der Intendant der Berliner Volksbühne, Klaus Dörr, zurückgetreten. Ihm wurde in einem Artikel der «taz» von zehn Frauen Machtmissbrauch und Sexismus vorgeworfen. Die «taz» hatte von übergriffigen Chat-Verläufen und ...

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Theater heute Juni 2021
Rubrik: Foyer, Seite 1
von Franz Wille

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