Rührende Abschiedsszenen

Christoph Nußbaumeder «Das Wasser im Meer» (U) in Linz

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Nach der Premiere gab es Standing Ovations für Regisseur Gerhard Willert, und eine Schauspielerin brach beim Applaus in Tränen aus. Rührung oder Abschiedsschmerz? In Linz geht eine Ära zu Ende: Mit Intendant Rainer Mennicken verlässt mit Saisonschluss – nach 18 Jahren – auch Langzeitschauspieldirektor Willert das Haus, der schon unter Mennickens Vorgänger im Amt war.

Seine letzte Linzer Inszenierung war die Uraufführung eines Auftragswerks, in dem Christoph Nußbaum­eder das Schicksal der nach dem Zweiten Weltkrieg aus der Tschechoslowakei vertriebenen Sudetendeutschen in ein Familiendrama verpackt. 

Viele Sudetendeutsche haben zeitlebens dar­unter gelitten, dass sie als Täter galten, sich aber als Opfer fühlten; oft stimmte beides. Mehr als 100.000 von ihnen sind im angrenzenden Österreich gelandet, darunter der damals zehnjährige Stefan Riedl (Stefan Matousch). Jetzt, anlässlich seines 80. Geburtstags, hat er seine Familie zu sich nach Oberösterreich eingeladen. Über seine sudetendeutschen Wurzeln hat er nie viel geredet, jetzt aber verblüfft er die Verwandtschaft mit einem überraschenden Plan: Er will zum Sterben heim nach Böhmen. «Ich bin ein Elefant, ich will zu meinem ...

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Theater heute Juli 2016
Rubrik: Chronik, Seite 55
von Wolfgang Kralicek

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