Roman: Unter Einzigartigen
Gleich zwei hinlänglich als Dramatiker bekannte Schriftsteller debütieren in diesem Frühjahr als Romanciers (und landeten prompt auf der Auswahlliste für den Leipziger Buchmessenpreis). Und bei beiden stehen Tiere im Mittelpunkt bzw. schon im Titel, wilde Tiere, denen der Mensch seit jeher mit Skepsis, Furcht und unerklärbarer Faszination begegnet, besser: die er flieht. Bei Roland Schimmelpfennig ist es im Roman «An einem klaren, eiskalten Januarmorgen zu Beginn des 21. Jahrhunderts» der Wolf (TH 3/16), bei Nis-Momme Stockmann «Der Fuchs».
Doch wer den Fährten von Wolf oder Fuchs folgt, begibt sich in Gefahr, muss vielleicht sogar damit rechnen, hinaus aus der Realität in andere Welten und an den Saum seines Bewusstseins geführt zu werden.
Zeigt Schimmelpfennig in einem geschickt inszenierten, mäandernden Spiel Ausschnitte aus Biografien ganz einfacher Großstadttypen, deren Wege sich irgendwo kreuzen, hat Stockmann gleich ein riesiges Panorama im Sinn, in dem sich Zeiten und Welten auflösen, Fantastisches, Mystisches in den Alltag einbricht, die Wirklichkeit durch das Auftauchen unerklärbarer Phänomene zum Wanken gebracht wird.
Hinter dem Ende der Welt
Ein Kritikerkollege hat genau ...
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Theater heute April 2016
Rubrik: Magazin, Seite 71
von Bernd Noack
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