Revue der Narzissten

Bertolt Brecht, Elisabeth Hauptmann, Kurt Weill «Die Dreigroschenoper» ZÜRICH Schauspielhaus, Pfauen

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Diese Oper solle «so prunkvoll» sein, «wie nur Bettler sie erträumen», forderte Brecht: Dem folgen die Zürcher aufs Wort. Nicht in der Opulenz der Ausstattung, aber der Performance: Da holt das fulminante Ensemble mit Regisseurin Pınar Karabulut heraus, was herauszuholen ist. Bei Hauptmann, Brecht, Weill und im woken Zürich von heute.

«Kärglich», das ist das Schlimmste. «Kärglich» sei die Möblierung im Pferdestall, in den er für die Hochzeitsfeier mit Polly einge -brochen ist, muss Macheath (Thomas Wodianka) feststellen.

Er klingt dabei wie der Lehrer, der nicht böse ist mit seinen Kindern, aber doch sehr, sehr enttäuscht.

Kärglich ist nun gewiss nichts an dieser neuen Zürcher «Dreigroschenoper». Sie ist im Gegenteil ein Feuerwerk an Songs und Styles. Diese Zürcher Schauspieler:innen können ja alles, sie singen, sie tanzen, sie klicken Stories im Bruchteil einer Sekunde an und lassen sie ebenso schnell wieder unter den Tisch fallen. Die politische Gesellschaftskritik, die schon bei Brecht mehr freche Persiflage ist als Agitprop, bringen sie als unaufdringliche Konterbande mit in die Revue der heißen Nummern.

Wodiankas Macky ist dabei der brillant Unauffälligste. Er ist ein ...

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Theater heute November 2026
Rubrik: Chronik, Seite 67
von Andreas Klaeui

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