Reise in die Vergangenheit?
Griechenland ist unter seinem vertrauten Stichwort «Krise» aus den deutschen Schlagzeilen verschwunden. Andere Schauplätze mit größerem Katastrophen-Radius stehen im Fokus der medialen Aufmerksamkeit. Stillschweigend geht man davon aus, dass sich die Lage in Griechenland schon irgendwie beruhigt hat, schließlich sind inzwischen genügend deutsche Milliarden geflossen. Die Wahlen im letzten Sommer mit der rechtsbürgerlichen Partei Nea Dimokratia als Siegerin wurden mit Stirnrunzeln, Achselzucken oder beiläufigem Nicken kommentiert.
Immerhin ist Griechenland das einzige Land Europas, dem es gelungen ist, seine rechtsradikale Partei per Stimmzettel wieder aus dem Parlament zu jagen, während sich sonst überall die halb-, fast- und realfaschistischen Gruppierungen demokratisch legitimiert breit machen.
Und wie sehen die Schlagzeilen vor Ort zum Jahresende aus? Das heiß diskutierte Thema der Stadt in den sozialen Medien ist die Weihnachtsbeleuchtung, u.a. aus nackten Neonröhren, die der neue Nea-Dimokratia-Bürgermeister Kostas Bakoyannis der Stadt geschenkt hat – mit tatkräftiger Unterstützung von Coca Cola, dem Fußballverein Panathinaikos und der Onassis-Kultur-Stiftung. Einige Wochen ...
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Theater heute März 2020
Rubrik: International, Seite 47
von Armin Kerber & Nefeli Myrodia
Es geht schon vom ersten Moment an in die Hose. Das Intro zu «Prometheus», das im Juni im Studio der Schaubühne Premiere hatte, sollte sie uns kurz noch mal referieren, Sie wissen schon, all diese Götter, die da durcheinandergeraten im antiken Mythos, und die Streberin im kleinen Schwarzen (Carol Schuler) hat es auch ganz gut drauf. Aber der Typ daneben, eigentlich...
Von dieser Welt sind sie wohl nicht: Die vier Personen, die die Bühne bevölkern – sie sind derart grün im Gesicht und an den sichtbaren Extremitäten, als wären sie schon ein paar Mal gestorben. Zwei Männer in Weiß, Mediziner womöglich oder forschende Wissenschaftler, kommen Familie Grün besuchen – und gehen schließlich verschütt in den Labyrinthen und dunklen...
«Baut einen Weg», animiert der Schauspieler Maximilian Reichert die sechs Kinder, die im Zürcher Schauspielhaus einen imaginären Abgrund überwinden. Sie müssen den Teddy Alf retten. Über Stühle und Tische geht die waghalsige Menschenkette, mit rotem Tourenseil und Einkaufswagen. «Ihr müsst aufeinander aufpassen!» Und sie schaffen es, gemeinsam. Wie eine kleine...
