Frankfurt: Zur Hölle mit den anderen
«Die Hölle, das sind – die, die – die anderen.» Da ist es endlich, in der Mitte des Stücks, sein bekanntestes Zitat. Verstammelt, verdruckst. Es klingt fast wie eine Frage, weniger wie eine Feststellung. Denn die Hölle, das ist in der Bühnen-Interpretation von Johanna Wehner, jede*r auch sich selbst. In einem höllisch undurchsichtigen Jenseits führte Jean-Paul Sartre 1943 drei just Verstorbene zusammen, Inés, Estelle und Garcin.
Alle drei sind, als sie auf die Bühne geführt werden, noch sichtlich verfangen in der Welt, die sie gerade verlassen haben, alle drei haben dunkle Geheimnisse und Begierden, die sie voreinander zu verbergen suchen. In der Hölle gibt es keine Folterknechte, die sie zu Geständnissen zwingen, das machen sie unter sich aus: Die Kund*innen erledigen, wie Inés einmal schön zynisch sagt, die Arbeit selbst, «wie in Selbstbedienungsrestaurants». Nicht nur das klingt überraschend heutig in Sartres selten gespielter «Geschlossener Gesellschaft».
Johanna Wehner hat sie jetzt im Schauspielhaus des Schauspiel Frankfurt inszeniert. Und ihre Inszenierung als eine kritische Lesart des bekannten Bonmots angelegt: als eine Gesellschaft der Vereinzelten, die sich nur um sich ...
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Theater heute März 2020
Rubrik: Chronik, Seite 56
von Esther Boldt
Aachen, Das Da Theater
12. Dupont und Hirtz, Auf und davon (U)
R. Maren Dupont
Aachen, Grenzlandtheater
4. Simon, Barfuß im Park
R. Stefan Herrmann
Aachen, Theater
5. Maja Zade, Status Quo
R. Sylvia Sobottka
7. Schiller, Die Jungfrau von Orléans
R. Sarah Klöfer
13. nach Wallace, Kurze Interviews mit fiesen Männern
R. Tanja Krone
Altenburg Gera, THeater
27. Zeller,...
Thomas Bernhards letztes Theaterstück wurde genau 50 Jahre nach dem «Anschluss» Österreichs an Nazi-Deutschland uraufgeführt: «Heldenplatz» war der Beitrag des Burgtheaters zum Gedenkjahr 1988. Die Premiere war Auslöser eines legendären Theaterskandals, in dessen Verlauf unter anderem eine Fuhre Mist vor dem Theater abgelagert wurde und die «Kronen-Zeitung» mit der...
Nein, der Garten Eden sieht anders aus. Dieser hier ist eingefasst von einer hohen Metallwand, hinter der sich noch ein meterhoher Metallzaun wölbt – ein Gated Garden in einer unzweifelhaft Gated Community. Das Sicherheitssystem hat trotzdem Lücken: Ständig schleichen Störfaktoren herein, ungeladene Gäste. Ein reichlich abgerockter Nachbar zum Beispiel, der um...
