Recht auf Arbeit

Helena Waldmann «feierabend – das gegengift»

«Das Fest ist das Gegengift zur Leistungsgesellschaft! Seien Sie unser Gast, legen Sie den Zuschauer ab, geben Sie Ihre vom Theatersitz gefesselte Haltung auf.» Vermutlich locken solche Sätze kaum jemanden mehr als die Kritikerin, deren Arbeitsplatz genau der Theatersitz ist, auf dem sie – komme, was da wolle – präzise beobachten, gescheit analysieren und keinesfalls einschlafen soll.

Wie oft wäre man mehr als dankbar, würde einem hier eine schlichte Flasche Bier in die Hand gedrückt, die Musik aufgedreht, und gut is’? 

Schon im vergangenen Mai hat die Performance- und Subenventionsergatterungskünstlerin Helena Waldmann ihre subversive Ader entdeckt. Gut 160 Jahre nach Paul Lafargues «Recht auf Faulheit» und sechs Jahre nach Guillaume Paolis «Fröhlichen Arbeitslosen» veranstaltete sie im Rahmen des Internatio­nalen Forums beim Berliner Theatertreffen den Workshop «Shop ohne Work». Auch wenn mancher aus der Ferne angereiste junge Bühnenenthusiast enttäuscht seine Däumchen drehte, fing ein harter Kern Feuer.

Gemeinsam mit der als Schaf maskierten Waldmann laden diese sieben Feierfreudigen nun in die Sophiensaele (weitere Koproduk­tionspartner und Aufführungsstationen sind Kampnagel ...

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Theater heute April 2008
Rubrik: Chronik, Seite 47
von Eva Behrendt

Vergriffen
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