Reale Schicksale

Mehr als Wokeness am Schauspielhaus Zürich: Suna Gürler thematisiert in «Ich chan es Zündhölzli azünde» Systemgewalt, Christiane Jatahy setzt ihre Arbeit zur Vertreibung der Indigenen aus dem Amazonasgebiet in «Depois do silêncio» fort

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Es ist ja ein Paradox: Rechtsbürgerliche Kreise in Zürich und namentlich die «Neue Zürcher Zeitung» führen eine Kampagne gegen das Schauspielhaus, es sei zu «woke». Zugleich sind es die «woken» Produktionen, die am besten laufen.

Dass das Shop-in-the-shop-Prinzip mit acht Hausregisseur:innen und gleich vielen Splitter-Ensembles aus Tanz und Schauspiel (noch) nicht aufgegangen ist, hat andere Gründe, ästhetischer und struktureller Natur – es hat sich noch kein gemeinsames Mindset eingestellt, es fehlt die Ensemble-Ausstrahlung, die En-suite-Program -mation ist für den Verkauf nicht förderlich.

Die Truppe, die am Schauspielhaus in allererster Linie für «Wokeness» steht, ist das junge Theater mit Regisseurin Suna Gürler. Insbesondere ein «diskriminierungskritisches Glossar» im Programmheft ihrer letzten Inszenierung «Bullestress» zum Kernthema Racial Profiling gab in der lokalen Presse zu Wallungen Anlass. Nicht aber beim jungen und auch nicht gar so jungen Publikum im Saal. Die Produktion in der Schiffbau-Box erreichte eine Auslastung von sagenhaften 98 Prozent.

Traumrolle Mansplainer

«Ich chan es Zündhölzli azünde» heißt nun Gürlers neue Arbeit mit dem Autor:innen-Duo Fatima ...

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Theater heute 4 2023
Rubrik: Aufführungen, Seite 24
von Andreas Klaeui

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