Ratten im Polit-Betrieb
Erfolg hat Folgen, gewollt oder nicht – sämtliche Komplikationen der Münchner Uraufführung schleppen auch die folgenden Versuche am jüngsten Stück des Schweizer Dramatikers als Last mit sich herum. Das ist kein Wunder, denn die Konstruktion des Textes erschwert jeden ernsthaft neuen Blick.
Die Nachspiele von Florian Fiedler im Ballhof des Hannoverschen Schauspiels und Bettina Bruinier in der Kammer-Box des Deutschen Theaters in Berlin arbeiten sich vor allem an den zentralen Polit-Figuren ab: am Kandidaten Simon Korach und an der strippenziehenden Kanaille, die hier nicht Franz heißt, sondern Franzeck.
Der trat ja das ganze Desaster los, als er Peter, dem Sohn des braven Simon Korach, der gerade Bürgermeister werden will oder Landrat oder etwas in der Richtung, den Zweifel an der eigenen Vaterschaft einpflanzte; aus Neid, weil er selbst gern Sohn wäre (vom alten Korach) und Vater: mit Agnes, Peters Frau. Während in Berlin Gabor Biedermann genau den idealen Typ des schlanken, schmucken, herzeigbar fleckenfreien Funktions-Idioten und Spin-Doctors darstellt, mit dem sich die höheren Chargen der Politik gern als Helferlein umgeben, geht Matthias Buss in Hannover schon eher als der ...
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