Die Kinder mögen es

Showcase Beat Le Mot nach Preußler «Der Räuber Hotzenplotz»

Theater heute - Logo

Der «Räuber Hotzenplotz» ist immer noch die perfekte Kindergeschich­te. Zwar verweisen gestohlene Kaffee­mühlen, vertauschte Mützen und straf­weises Kartoffelschälen heutzutage nur noch bei den Allerkleinsten auf die wirklichen Abgründe des Lebens.

Aber die Mischung des Identifikationspersonals und ihrer entsprechenden Prinzipien lässt auch Grundschulkindern nichts zu wünschen übrig: der Gesetzesbrecher (Hotzenplotz), die zu verteidigende Versorgungsinstanz (Groß­mutter), das schlaue Anführerkind (Kas­perl) und der treuherzige Mitmacher (Seppl), die scheinbar unüberwindliche Erwachsenen-Infamie (Zauberer Zwackelbart), die Nutzlosigkeit staatlicher Hilfe (Dimpfelmoser), die skurrile Unberechenbarkeit heiratswilliger Nachbarinnen (Witwe Schlotterbeck) und natürlich das Wunderbare einer echten, hilfreichen Fee (Amaryllis), die aber erst befreit werden muss.
Ja, auch 45 Jahre nach dem Erst-Erscheinen des Buches von Otfried Preußler erfüllt der «Räuber Hotzenplotz» noch immer seine systemstabilisierende Funktion, im Dienste der Ordnung Schlauheit gegen Schlendrian zu mobilisieren. Die jüngste, überaus kostümfreudige Verfilmung des Stoffes von Gernot Roll mit Rufus Beck, Christiane ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Juni 2007
Rubrik: Chronik, Seite 42
von Petra Kohse

Vergriffen
Weitere Beiträge
Notizen

Prix Olympic

Nein, da irrt Peter Zadek. Nachdem er nicht zur Verleihung des «Europäischen Theater­preises» nach Thessaloniki ge­kommen war, wurde ihm das Preisgeld von respektablen 30.000 Euro schlicht gestrichen. Die an­wesenden Gremien-Granden der «Interna­tio­nalen Vereinigung der Theaterkritiker», angeführt von Georges Banu, wollten es so. Zadek teilte...

Die richtige Form der Beine

«Die Menschen verstehen nicht, sich der Möglichkeiten ihres Körpers zu bedienen. Ja, nicht genug damit: Sie sind noch nicht einmal imstande, ihn in Ordnung zu halten und weiterzubilden. Schlaffe Muskeln, ein verkrümmtes Rückgrat, falsche Atmung sind gewohnte Erscheinungen im täglichen Leben. Das alles sind Folgen der Unfähigkeit, unse­ren Körper richtig zu...

Rau, schön, cool

Bevor Miles Davis noch einmal zur Trompete greifen darf, endet Alfred Anderschs Hörspielmontage «Der Tod des James Dean» mit markigen Worten: «Verstummen muss das Gequatsche von der Schönheit» – ein verkappter Imperativ der Beatgeneration, die sich noch ein letztes Mal vor ihrem Idol verbeugt: «Alles was er gesagt hat, war rauh. Einfach rauh.» 1959, als man rauh...