Rau, schön, cool
Bevor Miles Davis noch einmal zur Trompete greifen darf, endet Alfred Anderschs Hörspielmontage «Der Tod des James Dean» mit markigen Worten: «Verstummen muss das Gequatsche von der Schönheit» – ein verkappter Imperativ der Beatgeneration, die sich noch ein letztes Mal vor ihrem Idol verbeugt: «Alles was er gesagt hat, war rauh. Einfach rauh.» 1959, als man rauh noch mit h schrieb, war Anderschs Stück Zeugnis einer Avantgarde, die sich einem Publikum gegenübersah, dem man zwar zutraute, das Wort «Boys» zu verstehen, nicht aber den Anglizismus «cool».
So übersetzte man ihn mit «rauh», was zwar als Gegenbegriff zu «schön» angehen mag, aber so ziemlich das Gegenteil von «cool» ist. Wieder zu hören war Anderschs Montage in der Retrospektive der neuen «Woche des Hörspiels», die Ende April in der Berliner Akademie der Künste stattfand. Und im Spannungsfeld von rauh, schön und cool spielte sich die ganze Woche ab.
Prinzip Theatertreffen
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