Räusche und Geräusche

Das Theater an der Ruhr verschreibt sich der Ekstase – mit einem Thomas-Bernhard-Projekt von KGI, einer Sufi-Performance von Amal Omran und «State of Euphoria», einer Techno-Immersion von Guido Kämmerer und DJ Hundefriedhof

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Es ist immer wieder interessant, an Nazi-Kontinuitäten erinnert zu werden – dass etwa im Jahr 1988 Thomas Bernhards Uraufführung von «Heldenplatz» nur unter Polizeischutz stattfinden konnte und einen der größten Theaterskandale Österreichs der Nachkriegsgeschichte auslöste. Bernhard, der im Stück den fortdauernden Antisemitismus in Gesellschaft und Kulturbetrieb thematisierte, beging für den gerade erst zwei Jahre zuvor gewählten Bundespräsident Kurt Waldheim, einst selbst SA-Offizier, eine untragbare «globale Beschimpfung Österreichs».

Es hagelte Boykott-Rufe, reale Angriffe und Todesdrohungen.

Im Theater an der Ruhr verzahnt das in NRW spitzengeförderte Performance-Kollektiv KGI («Büro für nicht übertragbare Angelegenheiten», hervorgegangen aus den Angewandeten Theaterwissenschaften Gießen und der Ernst-Busch-Schule) in einem «Mixed Reality Experiment» nun historische Schichten mit Gegenwart – und bringt sogar das Kunststück fertig, aktuellen Antisemitismus im Kultur -betrieb nach dem 7. Oktober zu befragen. Vermeintlich harmlos analog beginnt das «Mixed Reality Experiment», um in vollkommener VR-Immersion zu enden. Nur acht Zuschauer sind zugelassen in der winzigen Studiobühne ...

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Theater heute Februar 2024
Rubrik: Aufführungen, Seite 19
von Dorothea Marcus

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