Rätselspiel Vergangenheit

Wajdi Mouawad «Wälder», «Die Durstigen»

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Aimée hat was im Kopf, und das ist leider nicht nur die übliche Gehirnmasse. Mitten im Gewebe sitzt ein Knochen, um den sich ein fieser kleiner Tumor rankt. Deshalb hat sie auch immer mal wieder epileptische Anfälle mit Visionen eines Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg. Und deshalb stirbt sie, bevor ihre Tochter Loup erwachsen werden kann. Die muss nun als Initiation von Kanada in die Welt ziehen, um das Rätsel ihrer Familien­geschichte zu lösen.
 

Wajdi Mouawad, der frankokanadische Erfolgsautor libanesischer Herkunft, ist ein Meister der ganz großen Theatererzählung.

Antike Mythen, Bibelstoffe, Weltgeschichte und Zeit­genossenschaft verwebt er in poetischer Eigenwilligkeit zu monumentalen Familienepen. «Wälder» ist der dritte Teil seiner Tetralogie «Le Sang des Promesses», in der unter dem Signum von Versprechen immer wieder Nachgeborene zur Selbstfindung die Grausamkeiten der Vergangenheit aufdecken müssen. In «Wälder» erzählt Mouawad mit vielen Sprüngen, Flashbacks und Blitzlichtern eine monströse Abstammungs­­geschichte, die bis ins 19. Jahrhundert reicht und nebenbei wichtige Stationen moderner euro­päischer Geschichte streift: den deutsch-französischen Krieg von 1871, die ...

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Theater heute Januar 2010
Rubrik: Chronik, Seite 47
von Kristin Becker

Vergriffen
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