Rätselspiel Vergangenheit
Aimée hat was im Kopf, und das ist leider nicht nur die übliche Gehirnmasse. Mitten im Gewebe sitzt ein Knochen, um den sich ein fieser kleiner Tumor rankt. Deshalb hat sie auch immer mal wieder epileptische Anfälle mit Visionen eines Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg. Und deshalb stirbt sie, bevor ihre Tochter Loup erwachsen werden kann. Die muss nun als Initiation von Kanada in die Welt ziehen, um das Rätsel ihrer Familiengeschichte zu lösen.
Wajdi Mouawad, der frankokanadische Erfolgsautor libanesischer Herkunft, ist ein Meister der ganz großen Theatererzählung.
Antike Mythen, Bibelstoffe, Weltgeschichte und Zeitgenossenschaft verwebt er in poetischer Eigenwilligkeit zu monumentalen Familienepen. «Wälder» ist der dritte Teil seiner Tetralogie «Le Sang des Promesses», in der unter dem Signum von Versprechen immer wieder Nachgeborene zur Selbstfindung die Grausamkeiten der Vergangenheit aufdecken müssen. In «Wälder» erzählt Mouawad mit vielen Sprüngen, Flashbacks und Blitzlichtern eine monströse Abstammungsgeschichte, die bis ins 19. Jahrhundert reicht und nebenbei wichtige Stationen moderner europäischer Geschichte streift: den deutsch-französischen Krieg von 1871, die ...
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Martin Kusejs Wiener Inszenierung von Karl Schönherrs «Weibsteufel» war eine der erfolgreichsten Produktionen der Saison 2008/09. Die Aufführung wurde zum Theatertreffen eingeladen, das Ensemble wurde mit dem 3sat-Preis ausgezeichnet, Hauptdarstellerin Birgit Minichmayr in der Theater-heute-Umfrage zur «Schauspielerin des Jahres» gewählt.
Auch beim Publikum war...
Die Renaissance, wie sie singt und lacht, mordet und hurt: Im Florenz des Jahres 1537 ist mit dem jungen Alessandro de’ Medici ein brutaler, genusssüchtiger Fürst an der Macht, vor dem keine Party und keine Jungfrau sicher ist. Sein Cousin Lorenzo, genannt Lorenzaccio, ist sein engster Vertrauter – und sein Mörder. Soweit der historische Hintergrund eines Stücks,...
In Havanna gibt es einiges, was es anderswo nicht gibt. Ein «Café Bertolt Brecht» zum Beispiel und den «Parque John Lennon», in dem man sich auf einer Bank neben einer Bronzeplastik des berühmtesten Beatle niederlassen kann. Der Ehrenplatz in Havanna wurde ihm wohl zuteil, weil die USA zeit seines Lebens eine Gefahr in ihm sahen. Wir lernen: In Kuba kann man schon...
