Ein Shakespeare voller Narren

Alfred de Musset «Lorenzaccio»

Theater heute - Logo

Die Renaissance, wie sie singt und lacht, mordet und hurt: Im Florenz des Jahres 1537 ist mit dem jungen Alessandro de’ Medici ein brutaler, genusssüchtiger Fürst an der Macht, vor dem keine Party und keine Jungfrau sicher ist. Sein Cousin Lorenzo, genannt Lorenzaccio, ist sein engster Vertrauter – und sein Mörder. Soweit der historische Hintergrund eines Stücks, das im deutschen Sprachraum selten auf den Spielplan findet. 

Die Hintergründe des Mords liegen im Dunklen.

Alfred de Musset jedenfalls stilisiert die Tat in «Lorenzaccio» (1834) zum romantischen Akt eines Mannes, der im Tyrannenmord mehr eine schöne Idee sieht als eine politisch relevante Handlung – dass sie nichts bewirken wird, ist ihm klar.
 

Stefan Bachmann hat ein Faible für französische Historiendramen, die andere Regisseure nur mit spitzen Fingern anfassen würden; man denke an die ungekürzte Aufführung von Paul Claudels Opus magnum «Der seidene Schuh», die er zum Abschluss seiner Basler Intendanz 2003 inszenierte. Anderthalb Jahre «Auszeit» und eine Schaffenskrise später scheint Bachmann jetzt die Leichtigkeit und den Witz, die ihn in den Neunzigern bekannt gemacht haben, wiedererlangt zu haben.
 

Sein «Lorenzaccio» ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Januar 2010
Rubrik: Chronik, Seite 50
von Wolfgang Kralicek

Vergriffen
Weitere Beiträge
Der Hass blüht prächtig

Wer sich selbst schon einmal in Erwartung eines nahenden Regionalexpress-Zugs (so heißt die mit Abstand langsamste Beförderungstechnik der Bundesbahn) durch sämtliche Menus eines DB-Fahrautomaten geklickt hat, nur um kurz vor dem ersehnten Fahrschein mit einem scheinheiligen Systemabbruch belohnt zu werden («Der Vorgang wurde auf ihren Wunsch abgebrochen»), der...

Gegendarstellung

In der Ausgabe Nr. 11, November 2009 von «Theater heute» ist auf Seite 1 ein Beitrag unter der Überschrift «Mann über Bord» enthalten mit unrichtigen Behauptungen.
 

1. Unzutreffend ist: Mit großer Herablassung gegen die Erfahrungen seiner Mitarbeiter erklärt Frey den Betrieb für «verkrustet» oder «eingefahren», die künstlerische Tradition des Theaters für «zu...

Premieren im Januar

Aachen, Grenzlandtheater

Kasse: 00 41/1/261 21 79
25. Shanley, Zweifel

R. Anja Junski
 

Aachen, Theater

Kasse: 0241/47 84 244

16. von Mayenburg, Der Stein

R. Nicolai Sykosch

21. Mansmann nach Horváth, Jugend ohne Gott

R. Nora Mansmann

22. nach Mann, Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull

R. Ann-Marie Arioli
 

Aalen, Theater der Stadt

Kasse: 07361/522 600

7. Keun,...