Queeres Gefühl
Sophie Blomen, Vera Moré und Max Reiniger ist der studentische Hildesheimer Uni-Hintergrund durchaus noch anzumerken. Eine 60-Minuten-Performance aus einem Popsong, dem eigenen Fan-Sein abzuleiten, erinnert an eigene Unizeiten, in denen sich theoretische Überschüsse besonders hübsch an popkulturellen Phänomenen brechen ließen. Was damals die selfempowerte Formwandlerin Madonna war, der mit Judith Butler zu Leibe gerückt wurde, ist heute der französische Transsänger Chris von Christine and the Queens aka Redcar.
Geboren als Heloise Letissier ging Chris 2010 nach London und freundete sich mit einer Gruppe Dragqueens an, die ihn zum Singen überredeten. Mittlerweile hat Chris mehrere Alben veröffentlicht und sein Pronomen gewechselt, nicht aber seine immer noch weiblich gelesene und gehörte Stimme.
«If you disappear, then I’m disappearing, too», diese Zeilen aus dem Song «People, I’ve been sad» stehen auf drei großen weißen Stoffbahnen, die kreuz und quer auf der Bühne des Berliner Ballhaus Ost hängen. Fünf Coverversionen will das Kollektiv aufführen, um sich auf unterschiedliche Weisen dem titelgebenden Affekt zu nähern, und dabei den Raum vermessen, der sich zwischen ...
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Theater heute Januar 2024
Rubrik: Magazin, Seite 69
von Eva Behrendt
Das Gespräch bezieht sich auf die Arbeit an dem Dossier zur Theaterarbeit in Ostdeutschland «Zukunft erproben» der Friedrich-Ebert-Stiftung.
Therese Schmidt Sie leben und arbeiten in Görlitz, einer Grenzstadt im Osten Deutschlands. Nach dem Studium in Kassel sind Sie zurück nach Sachsen gegangen. War die Entscheidung, nach Görlitz zu ziehen, auch aus dem Gedanken...
Wer ist Anna? Also Anna Sorokin oder Delvey – bei der Frage fängt’s ja schon an. Jene Anna jedenfalls, die sich als Millionenerbin ausgab und vor ein paar Jahren die New Yorker High Society aufmischte. Wie die junge Hochstaplerin Luxushotels, Banken, Freunde und Freundinnen um mindestens 275.000 US-Dollar betrog, war in einem von breitem Medieninteresse begleiteten...
Ein großes Haus wie das Münchner Residenztheater hat viele Haus-Aufgaben zu erfüllen. Die eigene Vergangenheit aufzuarbeiten, ist eine davon, die im Tagesgeschäft vielleicht nicht am dringlichsten erscheint, aber irgendwann doch einmal an -gegangen werden sollte. Nur braucht es dazu mitunter etwas Anschub von außen. Den gab in diesem Fall der in Israel geborene und...
