Im Backrohr brutzelt eine Metapher
Was war eigentlich die letzte Komödie in deutscher Sprache, waren das Schwabs «Präsidentinnen» oder war das Taboris «Mein Kampf»? Und warum noch mal sind Komödien im E-Theater nicht gerne gesehen?
Auch Martin Heckmanns neues Stück «Ein Teil der Gans» – im Oktober wird es in den Kammerspielen des Deutschen Theaters Berlin uraufgeführt – ist keine Komödie. Aber es bringt uns auf lauter Ideen, warum es Komödien gibt, warum wir uns in Komödien widergespiegelt sehen und warum wir gerne lachen.
«Ein Teil der Gans» ist schon im Titel ein kleiner, sophistischer Komödien-Kommentar. Die zu teilende Gans klingt nach einem Teil des grossen Ganzen, im Backrohr brutzelt eine Metapher. Und sind wir erst einmal in den Dialog eingestiegen, werden wir bald noch hellhöriger (genau genommen in der siebenten Wortmeldung): Das Stück spielt am Martinstag, will sagen am Festtag des Heiligen Martin, der mit einem Bettler seinen Mantel geteilt hat und von den Gänsen verraten wurde, als er sich im Stall seiner Berufung zum Bischof entziehen wollte – weswegen man anscheinend am 11. November Martinigänse essen muss, in manchen Gegenden sogar Martinssängern die Tür zu öffnen hat. Man sieht: Für eine Komödie ...
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Theater heute Jahrbuch 2007
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 155
von Roland Koberg
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