Politik der Gefühle
Zu Beginn eine Szene, die an die US-Serie «True Detective» erinnert: Taschenlampen erhellen den dunklen Bühnenraum, geben den Blick frei auf eine unheimlich drapierte Frauenleiche. Eindeutig ein Ritualmord: ausgeweidet wie ein Tier, mit einem Hirschgeweih auf dem Kopf und Runenzeichen am nackten Körper. «Fesseln, Stiche, Folter, nirgends Blut», stellen die beiden Ermittler fest: «Es wird, da bin ich sicher, noch Schlimmeres geschehn.»
Seltsam nur, dass sich Forensiker und Ermittler auf Lateinisch unterhalten (mit deutschen Übertiteln).
Aber schließlich befinden wir uns auch nicht in Lousiana, sondern im Teutoburger Wald. Heinrich von Kleists düsteres Germanen-Drama «Die Hermannsschlacht» (1808) handelt vom historischen Kampf der Römer gegen die deutschen Stammesfürsten; zur Entstehungszeit war das Stück nur unschwer als Reaktion des Autors auf die Niederlage Preußens gegen Napoleon zu dechiffrieren: Mit den Römern waren die Franzosen gemeint, die von Hermann angeführten germanischen Stämme bezeichneten Preußen und Österreich.
Nach etlichen Übernahmen aus dem Münchner Residenztheater gibt Martin Kušej damit seinen Einstand als Regisseur am Burgtheater. Eine überraschende Wahl, ...
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Theater heute Januar 2020
Rubrik: Aufführungen, Seite 10
von Karin Cerny
Aachen, Grenzlandtheater
26. Schmitt, Enigma
R. Daniel Kuschewsk
Aachen, Theater
10. nach Jensen, Adams Äpfel
R. Sebastian Martin
18. Bowie und Walsh, Lazarus
R. Christian von Treskow
Aalen, Theater der Stadt
25. Benzine, Der Zorn der Feiglinge
R. Tina Brüggemann
Altenburg Gera, THeater
24. Kressin, Als der Herzog über den Herzog herzog
R. Caro Thum (Gera)
29. nach...
Musicals in New York sind in Zeiten von Donald Trump auch nicht mehr das reine Unterhaltungsvergnügen, das sie einmal waren. Über «Hadestown» (Foto), «Dear Evan Hansen» und eine neue Art politischer Kunst
Was darf Kunst? Was heißt Repräsentation? Wo beginnt Diskriminierung? Ein Kunstdiskurs als neues Stück: Thomas Melles «Ode», der Stückabdruck
Sebastian...
Vergessen Sie den Kampf der Geschlechter. Hat ja lange gedauert, hat Kraft genug gekostet. Erst diese ganze Body-Aufrüstung im Kraftraum, am Schminktisch. Dann der Cyberwar auf Tinder, die Real-Life-Rückschläge. Dazu diese missverständlichen Verbalscharmützel beim ersten Rendez-vous, das Risiko des technischen Versagens an der Bettkante, allfälliges Tappen in die...
