Pointe ohne Lacher
Für wilde Kipp-Momente haben sie in Rostock bekanntlich ein Faible. Intendant raus, Intendant rein (TH 5/2015); Theaterneubau hin, Theaterneubau her; vier Sparten plus zwei nach dem Willen des Intendanten Sewan Latchinian, oder doch – widdewiddewitt – vier Sparten minus zwei nach Bürgerschaftsbeschluss. Es ist der der reinste Klipp-Klapp-Boulevard. Nur ohne Lacher.
Die jüngste Wendung im ewig retardierenden Fall Rostock aber lässt den Kai nun wirklich mit Karacho aus der Kiste.
Seit dem Bürgerschaftsbeschluss im Februar 2015 für ein «funktionelles Vierspartenhaus» war man auf die Streichung von Oper und Tanzsparte am Volkstheater eingestellt bzw. wie es die Politik im Namen des «2 plus 2» euphemistisch beschreibt: auf die Ersetzung der Sparten durch Koproduktionen und Gastspiele. Jetzt geht es nach dem Willen des Oberbürgermeisters schnurstracks in die andere Richtung, und Oper und Philharmonie sollen künftig das Volkstheater bilden. Schauspiel und Tanz müssen extern bestückt werden.
Müßig zu erwähnen, dass diese Entscheidung herausplatzte, kurz nachdem es so aussah, als würde die Rostocker Bürgerschaft die Zielvereinbarung mit dem Land doch noch kippen, die ihr radikale ...
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Theater heute März 2016
Rubrik: Foyer, Seite 1
von Christian Rakow
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Ich bin auch nur ein Arschloch», outete sich Milo Rau unlängst in der Schweizer «Sonntagszeitung». Der Grund, in Kürze: Unser aller eurozentristische Betroffenheitskultur – vulgo: Mitleid – angesichts der weltpolitischen Lage verschiebe real zu führende Debatten in symbolische Entlastungsräume und mache uns somit zu «zynischen Humanisten».
Knackige, aber korrekte...
