Patrioten und Schwarzseher
Von Jovan Sterija Popovic (1806–1856) heißt es, er sei der serbische Nestroy. Seine bitter-ätzende Komödie «Die Patrioten» zeigt ein Häuflein untereinander zerstrittener Kleinbürger, von denen jeder den anderen für einen schlechten Patrioten hält, während es um Posten und Pfründe geht. Sterija muss nicht neu entdeckt werden, aber er hat gerade ein Doppeljubiläum und ist obendrein der Namenspate der in Novi Sad beheimateten Institution, die früher das jugoslawische Theaterfestival ausrichtete und nun den 51.
Jahrgang von Sterjino pozorje auch mit der Erinnerung an diesen Autor in die aktuellen Diskussionen Serbiens lenkte. Der Austritt Montenegros aus der Mini-Föderation fiel in jene späten Mai-Tage kurz vor dem Festival als ein unspektakulärer, offenbar zu erwartender Akt. Weitaus komplizierter ist die Haltung der einzelnen politischen Lager zu den Forderungen nach Auslieferung von Kriegsverbrechern, der Ergreifung der Mörder von Ministerpräsident Djindjic und ihrer Auftraggeber – und darin eben auch die Auseinandersetzung mit sich selbst, nachdem man immerhin einen Diktator gestürzt hat und auf eine baldige Konsolidierung des öffentlichen und privaten Lebens hoffte.
Wendehälse
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Der Name klingt holprig und ist zudem schief. «Bühnenbild» – eines jener deutschen Doppelworte, das zwei Begriffe, die nicht so recht zusammenpassen, schamlos hintereinanderhängt in der Hoffnung, dass die dadurch erreichte Verwirrung ausreicht, von unangenehmen Nachfragen abzuhalten. Mit Bildern jedenfalls hat das, was auf den interessanteren deutschen Bühnen neben...
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In den letzten beiden Jahren auf Teneriffa unterzog sich der mit Depressionen und Ehekrisen kämpfende Dichter Franz Xaver Kroetz nach jahrelanger TV-Abstinenz einem aufopferungsvollen Selbstversuch und hätte sich dabei mittels Fernbedienung und Satellitenempfang Dutzender deutscher Privatkanäle wohl beinahe den Goldenen Schuss gesetzt. «Tänzerinnen + Drücker»...
