Panoptikum der Schreckenskunst

Eine Berner «Gartenschau» mit Theater­programm aus Anlass des Zwischenstopps von Paul Klees «Angelus Novus»

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Da gehen also Luzifer und Michael auf der Berner Blumenwiese mit Plastik-Schwertern aufeinander los, dass es eine Art hat. Und es ist gar nicht klar, wer gewinnen wird, die Kräfteverhältnisse sind durchaus noch ausgeglichen. Aber weil Michael im Besitz der eindeutig größeren Wasserpistole ist, muss unser armer Teufel dann doch klein beigeben.

Er reckt sich nochmal rebellisch aus dem Paradiesbächlein, in das er beim Himmelssturz geplumpst ist («… das Haupt der Flut enthoben, und die Augen/In Flammen funkelnd …»), und wirft mit ausgerissenen Grasbüscheln um sich, dass man um die Wälder der Welt fürchten muss. Es hilft nichts: Am Ende muss er doch hinaus. Nun sitzt er im Kuhstall mit seinen Höllenfürsten und berät, wie man sich am Himmel rächen könnte. Bis er den glänzenden Einfall hat: Der Herr hat doch neulich ein neues Geschlecht erschaffen; wenn man sich nun an die heranmachte und sie verführte!
 

Mit Milton an der Feuerstelle

Sabine Auf der Heyde und Felicitas Zürcher haben am Stadtrand von Bern John Miltons «Paradise Lost» installiert – in fünf kurzen Szenen, die vom Bächlein bei der Bauernscheune bis zu der fatalen Feuerstelle führen, über der Satan als Grill-Schlange die ...

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Theater heute August/September 2008
Rubrik: Magazin, Seite 84
von Andreas Klaeui

Vergriffen
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