Fuck you, Hate you
Philip Seymour Hoffman ist eine der markantesten Erscheinungen Hollywoods. Mit Bierwampe, Fünfzehn-Tagebart und schnoddriger Nuschelstimme verkörpert er eine fast schon anachronistisch wirkende Schauspielerfigur: den Charakterdarsteller, der sich mit Rollen in Filmen wie «Happiness» oder – oscargekrönt! – «Capote» immer eher für die intellektuelleren Ecken des Filmbetriebs interessiert hat. Dazu passt sein gegenwärtiger Metier-Wechsel ins Regie-Fach am Public Theater in New York.
Sogar bei den Voraufführungen konnte man ihn nachdenklich in den Zuschauerreihen sitzen und mental an der Inszenierung schwerstarbeiten sehen. Dieser Mann meint es ernst.
Im Zentrum von «The Little Flower of East Orange» steht die Beziehung zwischen dem alkoholkranken Danny (Michael Shannon) und seiner sterbenden Mutter Therese Marie (Ellen Burstyn): Therese hat die Selbstinszenierung als sich aufopfernde Heilige zu ihrer Überlebensstrategie gemacht und dabei unwillentlich einen gigantischen Schuldkomplex im Sohn installiert. Was ebenso für eine zärtliche Beziehung zwischen den beiden sorgt wie es den Sohnemann ab und an in verschiedene Ausnüchterungszellen auf Polizei-Stationen schickt. Proletarische ...
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Da gehen also Luzifer und Michael auf der Berner Blumenwiese mit Plastik-Schwertern aufeinander los, dass es eine Art hat. Und es ist gar nicht klar, wer gewinnen wird, die Kräfteverhältnisse sind durchaus noch ausgeglichen. Aber weil Michael im Besitz der eindeutig größeren Wasserpistole ist, muss unser armer Teufel dann doch klein beigeben. Er reckt sich nochmal...
Schwierige Sache, die Freiheit. Kaum sagt keiner mehr, wo’s langgeht, geht alles durcheinander. Die alte Mam (Heidemarie Rohweder in einem Kurzauftritt) hat ihr Leben ausgehaucht, und vier ihrer Arbeitssklaven heben den Leichnam an, um ihn wegzutragen – aber jeder will in eine andere Richtung. Kurzes Zerren, Stolpern, Stutzen. Dann weist Noch-Vorarbeiter Stanley...
«Nix g’wies woas ma net», sagte die Dame hinter mir sehr gelassen beim Rausgehen und hatte damit das Wesentliche zusammengefasst. Dazu muss man sich allerdings in die Feinheiten der Münchner Grammatik begeben. Denn «nichts Genaues weiß man nicht» heißt eben trotz der doppelten Verneinung keineswegs, dass man was wüsste. Im Gegenteil: je doppelt verneinter, desto...
