Fuck you, Hate you
Philip Seymour Hoffman ist eine der markantesten Erscheinungen Hollywoods. Mit Bierwampe, Fünfzehn-Tagebart und schnoddriger Nuschelstimme verkörpert er eine fast schon anachronistisch wirkende Schauspielerfigur: den Charakterdarsteller, der sich mit Rollen in Filmen wie «Happiness» oder – oscargekrönt! – «Capote» immer eher für die intellektuelleren Ecken des Filmbetriebs interessiert hat. Dazu passt sein gegenwärtiger Metier-Wechsel ins Regie-Fach am Public Theater in New York.
Sogar bei den Voraufführungen konnte man ihn nachdenklich in den Zuschauerreihen sitzen und mental an der Inszenierung schwerstarbeiten sehen. Dieser Mann meint es ernst.
Im Zentrum von «The Little Flower of East Orange» steht die Beziehung zwischen dem alkoholkranken Danny (Michael Shannon) und seiner sterbenden Mutter Therese Marie (Ellen Burstyn): Therese hat die Selbstinszenierung als sich aufopfernde Heilige zu ihrer Überlebensstrategie gemacht und dabei unwillentlich einen gigantischen Schuldkomplex im Sohn installiert. Was ebenso für eine zärtliche Beziehung zwischen den beiden sorgt wie es den Sohnemann ab und an in verschiedene Ausnüchterungszellen auf Polizei-Stationen schickt. Proletarische ...
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So richtig kann Dikmen Gürün die drei Journalisten aus Berlin nicht verstehen. Mit leuchtenden Augen schwärmen die Gäste von der Armut im Elendsviertel Tarlabasi, das während des 16. Istanbuler Theater Festivals zum site-spezifischen Parcours für das deutsch-schweizerische Projekt «X Wohnungen» geworden ist, und greifen dabei beherzt nach dem feinem Gebäck, dass...
Wie sie das tut, ist die noch größere Überraschung. Wo Hanna Schygulla immer weiter ins Ätherische driftet, wie ihr Auftritt in Fatih Akins letztjährigem Melodram «Auf der anderen Seite» anschaulich macht, steht Barbara Sukowa mit beiden Beinen auf dem Boden. Und lacht dabei. Groß geworden nach Fassbinder ist sie in Filmen von Magarethe von Trotta, «Die bleierne...
Das Wichtigste zuerst: Luc Bondy macht weiter. Der Vertrag des Wiener Festwochenintendanten wurde um weitere drei Jahre, bis 2013, verlängert. Bekannt gegeben wurde die Personalie mitten im Trubel der Festwocheneröffnung und kurz vor dem Pfingstwochenende – der ideale Zeitpunkt, wenn man sich öffentliche Diskussionen ersparen will. Tatsächlich wurde die...
