Once in a life-time arts events!
Die Engländer können ihr Glück nicht recht fassen. Sie sitzen hüfttief in ihrer Double-Dip-Rezession, und doch fühlt sich die Nation so gut wie seit Jahrzehnten nicht: Alle haben ein kollektiv-seliges olympisches Lächeln auf den Lippen. Zwar waren noch die letzten Vorbereitungen ein Fest logistischer Pannen und Peinlichkeiten, doch mit Danny Boyles eklektischer Eröffnungszeremonie und dem darauf nicht abreißenden Strom an Medaillen und internationalem Lob für die Insel erlebt das britische Selbstbewusstsein ein langersehntes Hoch.
Fast egal, dass wegen Angst vor Chaos und hochgeschraubten Hotelpreisen der Wirtschaftsfaktor «Londoner Normaltourismus» diesen Sommer dümpelte, wenn dafür Usain Bolt im Siegestaumel sonor in die BBC-Kameras schnurrt «London’s giving us love, thank you London». Auch die eingeschworensten Sport-Vermeider mussten irgendwann zugeben, dass man dem konzentrierten Mediensog dieser Großveranstaltung schwer widerstehen konnte und das Olympia-Feelgood-Fieber einfach ansteckt.
Das Elsterverfahren
Doch «London 2012» war mehr als nur Medaillenjubel und Sportlerschweiß. Jede Bewerbung um die olympischen Spiele verlangt heutzutage ein kulturelles Begleitprogramm. Und ...
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Theater heute Oktober 2012
Rubrik: Magazin: Theatersport, Seite 62
von Patricia Benecke
Als Doris Schade 1962 in Fritz Kortners legendärer «Othello»-Inszenierung die Desdemona spielte, war sie kein williges Opferlamm, kein unschuldig naives Mädchen, sondern eine moderne junge Frau. Sie bestach, wenn man die Kritiken und Erzählungen nachverfolgt, durch eine subtile Mischung aus Sanftmut, Klarheit und Entschlossenheit. Obgleich von einer kindlichen...
Maria Becker, links als Elisabeth in «Maria Stuart» 1986, war eine «Königin im Formenreich», so der Kritiker Gerhard Stadelmaier: «Die Formen, die sie unnachahmlich herstellte, wurden ihr eigentlich mehr zu Partnern als die jeweiligen Kollegen, mit denen sie auftrat.
Es ging ihr, der herb Schönen, der mokant Unnahbaren, szenisch nichts wirklich nahe.» Man hat sie...
Die vergangene Spielzeit am neuen Karlsruher Schauspiel stand im Zeichen großer, schwerblütiger Stoffe der Dramenliteratur. Auf Christian Dietrich Grabbes Schauerdrama «Herzog Theodor von Gothland» und Kleists «Die Hermannsschlacht» folgten die beiden ersten Teile von Franz Grillparzers «Das goldene Vlies»: ein Themenabend, in dem es um das Gebot der...
