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Franz Wille Es kommt nicht so oft vor, dass sich gleich drei erfahrene Festivalmacher ein neues Format ausdenken wie jetzt «Foreign Affairs» bei den Berliner Festspielen. Es ist eine der ambitioniertesten Festivalgründungen derzeit, in diesem Jahr kuratiert von Frie Leysen, ab dem nächsten übernimmt dann Matthias von Hartz. Deshalb wollen wir ein bisschen grundsätzlicher übers Festivalmachen nachdenken.
Aber zunächst, Thomas Oberender, was war denn der ursprüngliche Impuls, aus der bisherigen Gastspielreihe der Berliner Festspiele etwas ganz anderes zu machen?
Thomas Oberender Ein Festival ist attraktiv, weil es eine bestimmte Form von Konzentration fördert: thematisch, zeitlich. Es verspricht einerseits eine grobe Übersicht, andererseits verführt es zum Abschweifen – um zentrale Ereignisse gruppieren sich viele kleinere, auch räumlich dezentralisiert. So befördert die eine Produktion oft die Wahrnehmung anderer, die sonst kaum besucht würden – man kann also mutiger kuratieren. Bei Festivals folgt das Publikum einer klaren Einladung, das macht es einfacher und ist etwas, das sich ein Haus erst erarbeiten muss. Auch für die Künstler sind sie attraktiv, denn sie werden hier viel ...
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Theater heute Oktober 2012
Rubrik: Das Gespräch, Seite 26
von Franz Wille
Der Schauspieler Sven-Eric Bechtolf ist ein Ausnahmekönner. Der Regisseur Bechtolf hat sich, zumindest im Sprechtheater, nicht durchgesetzt. Und als Schauspieldirektor der Salzburger Festspiele ist der Mann, seiner ersten Saison nach zu schließen, eine Fehlbesetzung.
Wie hatte es überhaupt so weit kommen können? Die Spur führt zurück ans Thalia Theater der 90er...
TH Andres Veiel, Sie haben Susanne Lothar in Ihrem ersten Spielfilm «Wer wenn nicht wir» als Ilse Ensslin, die Mutter von Gudrun Ensslin, besetzt. War das Ihre erste Begegnung? Wie und warum kam es zu dieser Besetzung?
Andres Veiel Vorgeschlagen hatte sie meine Casterin Simone Bär. Suse Lothar selbst war erst mal zögerlich. Sie sagte, sie schätzt meine Arbeit – sie...
Auf die Idee hätte schon längst mal jemand kommen können: Im heißen Herzen der angesagtesten Kreativmeilen der Hauptstadt, wo nur die hipsten Hipster der internationalen Kunstszene operieren, also ungefähr ziemlich genau in der Pappelallee 15 am Prenzlauer Berg, wütet ein gefährliches Mainstream-Virus, das alle Gehirne infiltriert. Dieser phonetisch unscharfe...
