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Braucht Berlin mehr internationales Theater, mehr Freies Theater, mehr Festivals? Frie Leysen, Kuratorin des neuen inter­nationalen Festivals «Foreign Affairs», ihr Nachfolger ab 2013 Matthias von Hartz und der Intendant der Berliner Festspiele Thomas Oberender über die Tücken der künstlerischen Außenpolitik

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Franz Wille Es kommt nicht so oft vor, dass sich gleich drei erfahrene Festivalmacher ein neues Format ausdenken wie jetzt «Foreign Affairs» bei den Berliner Festspielen. Es ist eine der ambitioniertesten Festivalgründungen derzeit, in diesem Jahr kuratiert von Frie Leysen, ab dem nächsten übernimmt dann Matthias von Hartz. Deshalb wollen wir ein bisschen grundsätzlicher übers Festivalmachen nachdenken.

Aber zunächst, Thomas Oberender, was war denn der ursprüngliche Impuls, aus der bisherigen Gastspielreihe der Berliner Festspiele etwas ganz anderes zu machen?
Thomas Oberender Ein Festival ist attraktiv, weil es eine bestimmte Form von Konzentra­tion fördert: thematisch, zeitlich. Es verspricht einer­seits eine grobe Übersicht, andererseits verführt es zum Abschweifen – um zentrale Ereignisse gruppieren sich viele kleinere, auch räumlich dezentralisiert. So befördert die eine Produktion oft die Wahrnehmung anderer, die sonst kaum besucht würden – man kann also mutiger kuratieren. Bei Festivals folgt das Publikum einer klaren Einladung, das macht es einfacher und ist etwas, das sich ein Haus erst erarbeiten muss. Auch für die Künstler sind sie attraktiv, denn sie werden hier viel ...

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Theater heute Oktober 2012
Rubrik: Das Gespräch, Seite 26
von Franz Wille

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