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Franz Wille Es kommt nicht so oft vor, dass sich gleich drei erfahrene Festivalmacher ein neues Format ausdenken wie jetzt «Foreign Affairs» bei den Berliner Festspielen. Es ist eine der ambitioniertesten Festivalgründungen derzeit, in diesem Jahr kuratiert von Frie Leysen, ab dem nächsten übernimmt dann Matthias von Hartz. Deshalb wollen wir ein bisschen grundsätzlicher übers Festivalmachen nachdenken.
Aber zunächst, Thomas Oberender, was war denn der ursprüngliche Impuls, aus der bisherigen Gastspielreihe der Berliner Festspiele etwas ganz anderes zu machen?
Thomas Oberender Ein Festival ist attraktiv, weil es eine bestimmte Form von Konzentration fördert: thematisch, zeitlich. Es verspricht einerseits eine grobe Übersicht, andererseits verführt es zum Abschweifen – um zentrale Ereignisse gruppieren sich viele kleinere, auch räumlich dezentralisiert. So befördert die eine Produktion oft die Wahrnehmung anderer, die sonst kaum besucht würden – man kann also mutiger kuratieren. Bei Festivals folgt das Publikum einer klaren Einladung, das macht es einfacher und ist etwas, das sich ein Haus erst erarbeiten muss. Auch für die Künstler sind sie attraktiv, denn sie werden hier viel ...
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Theater heute Oktober 2012
Rubrik: Das Gespräch, Seite 26
von Franz Wille
Auf die Idee hätte schon längst mal jemand kommen können: Im heißen Herzen der angesagtesten Kreativmeilen der Hauptstadt, wo nur die hipsten Hipster der internationalen Kunstszene operieren, also ungefähr ziemlich genau in der Pappelallee 15 am Prenzlauer Berg, wütet ein gefährliches Mainstream-Virus, das alle Gehirne infiltriert. Dieser phonetisch unscharfe...
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Heldendämmerung auf der Bühne: Im Stammesland von Wilhelm Tell haben dazu wenige Hinterhältigeres zu sagen, Klügeres sowieso nicht als die Gruppe Mass & Fieber. Der Verein um Niklaus und Brigitte Helbling hat sich dem therapeutischen Theater nach Brecht verschrieben, und wenn die beiden nun eine Lektion Heldentod übersetzen, dann unter der Ankündigung...
