Oil of Olaf oder Neues vom Verschwendungszusammenhang
Eine tolle Kollegin, mit der ich viel zu selten Kaffee trinken gehe, meinte vor Kurzem zu mir, sie hätte einmal die schon recht erfahrene Vorzimmerdame eines größeren deutschen Theaters, die schon einige Wechsel von einigen Intendierenden in ihrem Vorzimmerleben miterlebt hat, gefragt, wie das denn nun so sei, über all die Jahre, mit all den Wechseln, und ob es denn besser wird, und die erfahrene Vorzimmerdame eines größeren deutschen Theaters sagte dann wohl nur so: Ach, wissen Sie, man denkt ja immer, es wird besser, aber es wird nur anders.
Ich weiß gar nicht, wie man bei der Frage, ob sich im Hinblick auf Machtstrukturen im deutschen Stadttheater mittlerweile etwas geändert hat, nicht leicht zynisch reagieren soll?
Denn eine kurze Antwort auf die Frage, die mir hier gestellt wurde, ob nämlich sich im Hinblick auf Machtstrukturen im deutschen Stadttheater in den letzten zwei Jahren etwas geändert hat, sieht so aus: Nein.
Eine zweite, differenziertere Antwort würde demnach vermutlich verschiedene punktuelle Verbesserungen in verschiedenen Bereichen allerdings nur an einzelnen Häusern betonen und diese dann herausstreichen – aber das spricht noch nicht für die Veränderungen in ...
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Theater heute Jahrbuch 2022
Rubrik: Transformation, Seite 64
von Thomas Köck
Als ich im Jahr 2004 im Schauspielhaus Bochum in einen Lift auf den Weg nach oben Richtung Intendanz stieg, stand da ein Edding-Graffiti: «Don’t cry – work». Schon damals fand ich diese neoliberale Selbstausbeutungsdevise ziemlich strange und widerlich. Der Spruch passte perfekt in ein Haus mit brüllendem Intendantenchef, der später die Schauspielstudentinnen mit...
Uraufführungen
A
Abdul Abbasi und Philipp Löhle
Bombe! (Deutsches Theater Göttingen)
Johanna Adorján
Ciao (Bühnen Halle)
Emre Akal
Nachkommen – Ein lautes Schweigen! (Theater Münster) Göttersimulation (Münchner Kammerspiele)
Dogan Akhanli
Medea 38 / Stimmen (Theater Bonn)
Bachtyar Ali
Die Besetzung der Dunkelheit (Staatstheater Wiesbaden)
Suzanne...
Samouil Stoyanov ist einer dieser Schauspieler, die sofort auffallen. Von vielen seiner Kolleginnen und Kollegen unterscheidet er sich dadurch, dass er hochtouriger spielt, körperlicher, auch ungeschützter. Der Enthusiasmus, mit dem er sich kopfüber in seine Rolle stürzt, hat etwas Mitreißendes. Man spürt, dass Stoyanov sich jetzt gerade nichts Besseres vorstellen...
