Oil of Olaf oder Neues vom Verschwendungszusammenhang
Eine tolle Kollegin, mit der ich viel zu selten Kaffee trinken gehe, meinte vor Kurzem zu mir, sie hätte einmal die schon recht erfahrene Vorzimmerdame eines größeren deutschen Theaters, die schon einige Wechsel von einigen Intendierenden in ihrem Vorzimmerleben miterlebt hat, gefragt, wie das denn nun so sei, über all die Jahre, mit all den Wechseln, und ob es denn besser wird, und die erfahrene Vorzimmerdame eines größeren deutschen Theaters sagte dann wohl nur so: Ach, wissen Sie, man denkt ja immer, es wird besser, aber es wird nur anders.
Ich weiß gar nicht, wie man bei der Frage, ob sich im Hinblick auf Machtstrukturen im deutschen Stadttheater mittlerweile etwas geändert hat, nicht leicht zynisch reagieren soll?
Denn eine kurze Antwort auf die Frage, die mir hier gestellt wurde, ob nämlich sich im Hinblick auf Machtstrukturen im deutschen Stadttheater in den letzten zwei Jahren etwas geändert hat, sieht so aus: Nein.
Eine zweite, differenziertere Antwort würde demnach vermutlich verschiedene punktuelle Verbesserungen in verschiedenen Bereichen allerdings nur an einzelnen Häusern betonen und diese dann herausstreichen – aber das spricht noch nicht für die Veränderungen in ...
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Theater heute Jahrbuch 2022
Rubrik: Transformation, Seite 64
von Thomas Köck
Falk Schreiber Lina Beckmann, ich möchte zunächst über Karin Henkels Shakespeare-Überschreibung «Richard the Kid & the King» am Hamburger Schauspielhaus reden, in der Sie die Hauptrolle spielen. Was ist dieser Richard eigentlich für eine Figur? Warum ist der so, wie er ist?
Lina Beckmann Eine Frage, die wir uns gestellt haben, ist: Wird jemand so, wie er ist, weil...
Natürlich hat sich, seit ich vor fünfzehn Jahren angefangen habe, am Theater zu arbeiten, einiges im Bezug auf Machtstrukturen verändert. Die lautstarken öffentlichen Diskurse der letzten wenigen Jahre um Machtmissbrauch und auch die damit verbundenen personellen Konsequenzen – wenn es denn welche gab – haben zu einem überlegteren Umgangston am Theater geführt. Es...
und dort wo die seelenplatten sein sollten ist eine ausgebrannte vernarbte landschaft
Thomas Köck
Wir befinden uns inmitten einer Woge von Solastalgie. Tag für Tag verstärkt sich der dystopische Eindruck einer verschwindenden Natur. Solastalgie bezeichnet den Schmerz, den man erlebt im Augenblick der Erkenntnis, dass der Raum, den man bewohnt, angegriffen wird,...
