Ordnung ist alles
Wer hätte vor wenigen Jahrzehnten gedacht, dass die westlichen Demokratien sich bald von innen auszuhöhlen beginnen? Dass rechte Bewegungen einen bedenklichen Zuwachs bekommen? Dass Gestalten nach oben geschwemmt werden, die auf Wahlergebnisse und zivile Umgangsformen pfeifen? Dabei wurde nach dem Fall der Mauer bereits das Ende der Geschichte ausgerufen – was nicht bedeuten sollte, dass nichts Neues mehr geschieht unter der Sonne und nichts mehr besser gemacht werden könnte.
Es sollte bedeuten, dass es zur Demokratie keine attraktive Alternative gibt und nun auch die östliche Hemisphäre kapiert hat, dass Wohlstand nur in Freiheit gedeiht.
Inzwischen ist das Ende der Geschichte wieder ferner gerückt. Nicht nur China führt vor, dass Wohlstand auch in autoritären Verhältnissen gedeiht und globaler Aufstieg nichts mit Menschenrechten zu tun hat. Nach dem Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens glaubte so mancher im Westen, auf Dauer lasse sich die dortige Demokratie -bewegung nicht aufhalten. Das Gegenteil hat sich bewahrheitet. An chinesischen Universitäten stehen seither westliche Denker im Zentrum, die sich durch eine resolute Liberalismusfeindschaft auszeichnen, allen ...
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Theater heute Jahrbuch 2022
Rubrik: Risiko, Seite 24
von Karl-Heinz Ott
Uraufführungen
A
Abdul Abbasi und Philipp Löhle
Bombe! (Deutsches Theater Göttingen)
Johanna Adorján
Ciao (Bühnen Halle)
Emre Akal
Nachkommen – Ein lautes Schweigen! (Theater Münster) Göttersimulation (Münchner Kammerspiele)
Dogan Akhanli
Medea 38 / Stimmen (Theater Bonn)
Bachtyar Ali
Die Besetzung der Dunkelheit (Staatstheater Wiesbaden)
Suzanne...
Weltweit sind Bewegungen und Parteien auf dem Vormarsch, die als populistisch zu kennzeichnen sind. Die einschlägigen Beispiele reichen vom Aufstieg der AfD in Deutschland bis hin zu den Wahlerfolgen des Rassemblement National in Frankreich oder von Donald Trump in den USA. So unterschiedlich die Situation in den Ländern auch sein mag, die jeweiligen Bewegungen...
Wie gelangen wir sicher ins Innere? Und wieder hinaus, ohne den Halt zu verlieren?», fragt sich gleich zu Beginn von Kevin Rittbergers neuem Stück «Wir sind nach dem Sturm» der Bergrat Wilhelm August Julius Albert. Die Rede ist vom Vordringen in die Erde, die doch so viele Schätze unter ihrer harten Kruste verbirgt, die scheinbar gehoben sein wollen. Gleichzeitig...
