«Oh, du arabisches Rasseweib»

nach Euripides «Medea» Stuttgart

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Medea als Migrantin gab es in dieser Saison schon des öfteren zu sehen. Aber wohl nie so deutlich wie jetzt in Stuttgart. Da schließt Volker Lösch in bewährter Chor-Aktualisierungs-Manier ein Restgerippe von Euripides’ Dramentext mit den Lebensberichten von 16 Stuttgarterinnen aus türkischen Familien kurz. Der Anlass laut Programmheft: Stuttgart ist nach Frankfurt die Stadt mit dem größten Ausländeranteil. Er beträgt 23 Prozent, davon ist rund ein Viertel türkischer Herkunft. Die Grundidee wird so skizziert: «Medea kommt aus der Türkei.

Sie ist hier in Deutschland groß geworden.» Das steht richtigerweise unter dem Titel «Die Behauptung». Denn viel mehr wird es in rund 100 Theaterminuten nicht.

Im Kern besteht der Abend aus dem Versuch, chorisch vorgetragene Alltagserfahrungen zu verzahnen mit zentralen Medea-Szenen. Einleuchtend ist diese Verbindung in der Anfangssituation: Medea hat ihre eigene Familie verraten und ist mit Jason in die Fremde gegangen, wo dieser sie nun verlässt. Der Familienverrat spiegelt sich in jenen Chorpassagen, in denen die Türkinnen vom elterlichen Verbot der Beziehung zu Deutschen berichten, und Medeas Unbehaustheit mag man gleichsetzen mit dem geäußerten ...

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Theater heute Juli 2007
Rubrik: Chronik, Seite 51
von Andreas Jüttner

Vergriffen
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