Offen für Verschiedenheit
Der am 3. Februar verstorbene Schauspieler Dieter Mann kam aus einer Arbeiterfamilie. Nach dem Volksschulabschluss in Pankow absolvierte er eine Lehre als Dreher im VEB Kühlautomat, arbeitete dann zwei Jahre in einem Schleifmaschinenwerk und studierte anschließend an der Berliner Arbeiter-und-Bauern-Fakultät Friedrich Engels. Nach dem Abitur bewarb er sich 1962 erfolgreich für ein Schauspielstudium an der Staatlichen Schauspielschule, die er später als die «erste schöne Schule meines Lebens» würdigte. Deren Leiter Rudolf Penka und Wolfgang Heinz waren seine wichtigsten Lehrer.
Im dritten Studienjahr holten die ebenfalls dort unterrichtenden Schauspieler Friedo Solter und Hans-Dieter Meves ihn und seine Kommilitonin Christine Schorn für ihre Inszenierung von Viktor Rosows Stück «Unterwegs» ans Deutsche Theater.
Auch für den Film wurde Dieter Mann 1964 schon an der Schauspielschule entdeckt. Der Regisseur Gerhard Klein sah ihn nur, wie er von hinten aus einer Tür ging, und besetzte ihn in «Berlin um die Ecke» als Metallarbeiter Olaf, der sich mit einem Freund gegen das schlechte Arbeitsklima im Betrieb wehrt. Der Film wurde 1965 verboten, erst 1987 konnte er uraufgeführt werden. ...
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Theater heute März 2022
Rubrik: Magazin, Seite 62
von Klaus Völker
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