Notizen

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Transportschaden

Der Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin nutzte eine Diskussionsveranstaltung des Berliner Theatertreffens, um unter Verweis auf weiteren Spardruck die besonderen künstlerischen Potentiale der Hauptstadtkultur hervorzuheben: Man könne auch in einer Stadt ohne Theater leben, und wenn es denn unbedingt sein müsse, halt ein Bahnticket kaufen: «Wenn es in Berlin aus Geldmangel keine Theater mehr gibt, fahr’ ich eben nach Hamburg.»

 

Totalschaden

Am Ende hat Peter Handke großzügig auf den mit 50.

000 Euro dotierten Heinrich Heine Preis der Stadt Düsseldorf verzich­tet, den er doch eigentlich gerne ange­nommen hätte, obwohl er schon vor drei Jahren versichert hatte, keinen Preis mehr annehmen zu wollen. Es war die letzte von vielen Relativierungen, nach­dem zuerst die Jury Handke den Preis zugesprochen hatte, weil er «eigensinnig wie Heine in seinem Werk seinen Weg zu einer offenen Wahrheit» verfolge: «Den poetischen Blick auf die Welt setzt er rücksichtslos gegen die veröffentlichte Meinung und deren Rituale.» Der Preis­begründung und offenen Wahrheit des Milosevic-Sympathisanten Handke, der dem Diktator noch am Grab seine Nähe bekundete, wollten dann zuerst einige ...

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Theater heute Juli 2006
Rubrik: Magazin, Seite 67
von

Vergriffen
Weitere Beiträge
Das Boot war leer

Das Meer ist unergründlich und end­los weit, tosend, wild und unberechenbar: auch in Jon Fosses Theater­stück «Sommertag». Auf drei dominan­ten Prospekten hat Monika Gora (Büh­ne) es eingefangen, auf denen die Grenze zwischen Horizont und Himmelswolken verwischt. Im Vordergrund ein paar weiße Bretter in schiefer Bahn und ein blaugraues, wellengemustertes Sofa. Der...

«Jungsein»

Wann geht das los? Jung muss man erst werden. Es kann nicht sein, dass das mit der Geburt schon beginnt. Wenn die Hebamme der Mutter ihr Neugeborenes an die Brust legt und statt: Das ist aber ein schönes Baby! sagt: Das ist aber ein junges Baby!, dann vergreift sie sich in der Wortwahl. Auch was bald danach kommt, die Kindheit, kann nicht herhalten für das, was...

Immer schön gebrüllt

So sehen pubertäre Träume aus: Die eigene Mutter vor einer großen Men­schenmenge bloßstellen mit bohrenden Fragen nach ihrer Kindheit im National­sozialismus; auf ein monströses Eisernes Kreuz steigen und mit gestrecktem Arm «Heil Hitler!» ins Volk brüllen; und schließlich mit der Macht des Mi­krofons ausgestattet raunende Welt- und Selbsterklärungen an staunende...