Nordic Talking an der Seine
Der eine ist ein Luftikus und ein Lügner, und wenn ihm danach ist, macht er sich aus dem Staub. Auf den kann man nicht bauen. Der andere ist ein Wahrheitsfanatiker und ein Pflichtmensch. Wo andere kneifen, harrt er aus, und was er sagt, das tut er. Auf den ist Verlass. Der eine sucht sein Glück in der Freiheit, der andere sein Heil im Zwang.
Können Gegensätze größer sein? Und doch gehören die beiden zusammen wie Tag und Nacht oder Winter und Sommer.
Sie sind Reisige am selben Stamm, und es verbindet sie sogar noch viel mehr als nur der Umstand, dass Henrik Ibsen sie im Abstand von zwei Jahren zu Protagonisten jeweils eines Stücks gemacht hat. Diese Stücke, «Brand» und «Peer Gynt», hat Ibsen in Italien geschrieben in den ersten Jahren des Exils, das er gewählt hatte, weil er Norwegen und die Norweger nicht mehr ertrug. Beide sind ausufernde Langgedichte in gebundener Sprache, einerseits durchtränkt mit den Märchen und Mythen und der Szenerie Norwegens und andererseits durchtränkt von Ibsens Hass auf das halbherzige, bequemlichkeitssüchtige Muckertum, das er seinen Landsleuten nie verzieh.
Im Zentrum steht beide Male ein Egomane von nicht alltäglicher Statur, ein von ...
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