Nora Abdel-Maksoud: Rabatt
Figuren:
Dena – Journalistin Luigi – Persönliche Assistentin Davide – Lieferando Rider Undertaker – Bestatter Verwalter – Verwalter Three skinny boys and a drumset – Lo-Fi Punkband
Rabatt spielt in zwei Welten: In Denas schillernder Vorstellung und in der Realität. Die «luxuriöse Wohnung» und das «Valley» entspringen ihrer Fantasie. Die Realität erkennen wir erst im 3. Akt. Gut möglich aber, dass sie schon früher aufblitzt.
«/» bedeutet, die Spieler*innen sprechen fast gleichzeitig
«Publikum» bedeutet, wir befinden uns in einer Interviewsituation ohne vierte Wand «Beat» zeigt den Haltungswechsel einer Figur an
1. AKT
1.1 – Dena
Reiche Dena, Auftritt mit Grandezza. Publikum.
Dena Hi. Good Evening. Welcome. Musik. Falsche Musik. Andere Musik! Wieder falsche Musik. I wanted drums! Drums. I’m Dena Grigorova. I’m a Journalist. I grew up in a verarmte, bulgarische, griechisch-orthodoxe preachers-family. You can write that down. And I always wanted more money. Money to me war eine Chiffre für die Freiheit. It was like an obsession.
Some wanted to selbst -verwirklichen themselves, I wanted money. Sie müssen wissen, as a journalist verdient man selten viel Geld. Money doesn’t measure the worth of our work. Normalerweise werden wir bezahlt in symbolisches Kapital: Anerkennung, Ehrung für unseren Mut und unseren Scharfsinn. So, since we usually don’t earn a lot of money, wir müssen erben. That’s at least was meine Kolleg*innen tun. Sie erben. But I won’t erben. And some of my colleagues, who won’t erben either, schreiben Bücher about classism, and how bad society treated their parents. And I read all those books. I loved them, because sie handeln von mir! I love all those articles, and Podcasts of marginalized groups, that try to be heard. That’s not why I destroy them. I destroy them because it ...
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Theater heute 6 2022
Rubrik: Das Stück, Seite 100
von Nora Abdel-Maksoud
So gut hat Richard lang nicht ausgesehen. Keine «bucklicht Giftkröte», kein rachedurstiger Veteran von den Schlacht -feldern der Rosenkriege, sondern eine energische Lady in den besten Jahren rauscht gleich zu Anfang den weißen Bühnenrahmen entlang von rechts nach links. Yvon Jansen trägt und rafft ein vielfach gefälteltes Hosenanzugskleid mit Schleppe in...
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Das Lied von der Wurst und ihren zwei Enden ist ein fürchterlicher Karnevalsgassenhauer. So laut, so dumm, so dre -ckig. Dass es auch anders geht, zeigt Christoph Marthaler am Theater Basel. Ganz klein, ganz fein, ganz einstimmig singen sie dieses «Alles hat ein Ende.» Pause. «Nur die Wurst hat zwei.» Pause. «Jawoll, mein Schatz.» Pause. «Es ist vorbei.» Und...
