Letzter Aufstand vor der Wahl

Nach Maxim Gorki: «Nachtasyl Stuttgart» von Volker Lösch

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Dermaßen auf den Premierenabend hin konzipiert war wohl schon lange keine große Produktion mehr, nicht einmal unter den auf schnell aufflammende Empörung zielenden Pfeilen aus dem Köcher von Volker Lösch.  


36 Stunden vor Öffnung der Bundestagswahl­lokale wirkte sein «Nachtasyl Stuttgart von Maxim Gorki und 33 Stuttgarter Bürgern» wie ein letztes Aufbäumen gegen eine neoliberale Wende.

Entsprechend wenig hält sich der Abend mit Uneindeutigkeiten auf – auch dank des Bühnenbilds von Cary Gayler, einem die gesamte Bühne ausfüllenden Wahlplakat mit Merkel-Porträt und dem Slogan «Der Aufschwung kommt» in «Bild»-Typographie. Auf Höhe der Augen durchschneidet eine schmale Öffnung das Plakat – ein Balken über Merkels Gesicht, aber auch Zeichen dafür, wie eng die Spielräume geworden sind. 

 

Anfangs kauert das elfköpfige Ensemble nebeneinander in diesem Querschlitz und donnert die Fabel vom Mann, der an ein Land der Gerechten glaubte und, als ein Gelehrter ihm dessen Nichtexistenz nachwies, erst den Gelehrten erschlug und sich danach erhängte. Eine Warnung vor einem Volksaufstand gegen Verkünder «notwendiger» sozialer Grausamkeiten?  Nur kurz. Denn umgehend verliert die versammelte ...

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Theater heute November 2009
Rubrik: Chronik, Seite 49
von Andreas Jüttner

Vergriffen
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