Neue Stücke · Aufführungen (11/2020)
Neue Stücke
Akin Emanuel Sipal hat beides: einen türkischen und eine deutschen Vornamen. Sein Stück «Mutter Vater Land» erzählt in lakonischen Sprüngen die Geschichte (s)einer türkisch-deutschen Künstler*innenfamilie im 20. Jahrhundert, forscht nach Heimat und Zugehörigkeit.
Frank Abt, der sich als Spezialist für Dramatisierungen autofiktionaler Romane schon an Knausgard die Zähne ausbeißen durfte, ur-inszeniert am Theater Bremen, wo außerdem Enis Macis Kleist-Adaption, gekreuzt mit Russ Meyers großbusigem Kinoerfolg zu «Wüst oder Die Marquise von O… – Faster Pussycat! Kill! Kill!» in der Regie von Elsa-Sophie Jach auf die Bühne kommt. Ebenfalls an ein klassisches Vorbild lehnt sich Bonn Park am Deutschen Schauspielhaus Hamburg an; seine «Räuber der Herzen» nach Schiller inszeniert er selbst, und auch Michel Decar legt in Dessau lieber selbst Hand an sein Noir-Theaterstück «Nacht im Ozean», zu dem ihn eine Reise nach Montevideo inspiriert hat. Ulrike Syha blickt für das Staatstheater Oldenburg im Wissenschaftsbühnenkrimi «Das Institut» hinter die kühlen Kulissen der Empirie (R. Eicke Hannemann), während Roland Schimmelpfennig am Münchner Residenztheater einen pandemiebeflügelten ...
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Theater heute November 2020
Rubrik: Daten, Seite 56
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Film war für ihn das verlockendere schauspielerische Medium, aber zwanzig Jahre Theaterarbeit dienten ihm als unschätzbare Lehre für seinen künstlerischen Anspruch, «Menschen in außergewöhnlichen, extremen emotionalen Situationen» zu verkörpern. Michael Gwisdek, der im September dieses Jahres verstorbene, mit zahlreichen Preisen ausgezeichnete Schauspieler, wurde...
In Zusammenarbeit mit dem Theatermuseum Wien hat die slowakische Akademie der Wissenschaften einen von Miloš Mistrík zusammengestellten Band über «Max Reinhardt und Bratislava/Pressburg» herausgegeben, der der Herkunft der jüdischen Familie Goldmann aus dem slowakischen Städtchen Stampfen in der Nähe der damals Königlichen Freistadt Pressburg mit mehrheitlich...
Ich hasse gute Ideen» war einer ihrer apodiktischen Sätze. Deshalb standen in Frie Leysens Programmen die Künstler*innen in ihrer Besonderheit, ihrer jeweiligen inhaltlichen und stofflichen Radikalität und ihrem eigenen Kosmos für sich. Sie wurden nicht eingebunden in «eine gute Idee» oder ein Konzept. Fries entschiedene persönliche Haltung war die Programmatik,...
