Die Spur des Falken
Film war für ihn das verlockendere schauspielerische Medium, aber zwanzig Jahre Theaterarbeit dienten ihm als unschätzbare Lehre für seinen künstlerischen Anspruch, «Menschen in außergewöhnlichen, extremen emotionalen Situationen» zu verkörpern. Michael Gwisdek, der im September dieses Jahres verstorbene, mit zahlreichen Preisen ausgezeichnete Schauspieler, wurde im Kriegswinter 1942 geboren. Seine Eltern waren ein Gastwirtpaar in Berlin-Weißensee, die ihren Sohn schon früh als Kellner in ihrem Tanzcafé aushelfen und bewundern ließen.
Nach seiner Grundschulzeit sorgten sie dafür, dass er eine solide Ausbildung als Gebrauchswerber und Dekorateur mit Facharbeiterabschluss erhielt.
Doch parallel bekundete er sein Interesse für eine Ausbildung zum Schauspieler, zunächst an Hilde Körbers Reinhardtschule in Westberlin, dann bei einem Arbeitertheater in Friedrichshain. Er betätigte sich als Plakatmaler und Dekorateur, war dann Vertreter für Kochendwasserautomaten, Jugendclubhausleiter und schließlich Verlader von Eisenbahnwaggons in einer Spezialbrigade im Transformatorenwerk Oberspree. Und gleichzeitig betrieb er ein Fernstudium der Regie an der Theaterhochschule Leipzig. Einen ...
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Theater heute November 2020
Rubrik: Nachruf, Seite 36
von Klaus Völker
Aachen, Theater
18. Das Ende von Eddy//Cyborg 2020 – Where is my mind (U)
R. Melina Pyschny und Tommy Wiesner
Aalen, Theater der Stadt
22. Ebel, Ox & Esel – Eine Art Krippenspiel
R. Winfried Tobias
Altenburg Gera, THeater
10. nach Andersen, Des Kaisers neue Kleider
R. Lena Hesse
22. nach Süskind, Der Kontrabass
R. Manuel Kressin
20. nach Collodi, Pinocchio
R....
Die Bühne leer, der Zuschauerraum zu einem Drittel besetzt: Premieren in Corona-Zeiten. So sieht es auch zu Beginn beim «Geizigen» aus, Leander Haußmanns Bubenstück fürs Hamburger Thalia Theater, fünf Wochen lang per Zoom geprobt, bevor es auf die Bühne ging. Auf der jetzt geküsst und gestritten wird im gebotenen Mindestabstand von 1,50 m. Und lange vor allem...
Mit einem beherzten Griff ans Knie geht es voran. Das Bein wird angehoben, und der Fuß macht einen Schritt nach vorne. Ein Klaps auf den Po setzt den Unterleib in Bewegung. Nur mühsam kommt die Frau auf der Bühne voran, Griff für Griff und Schlag auf Schlag, bis sie sich anscheinend entrostet hat und spielend leicht ins Spagat fällt. Weitere ferngesteuerte...
