Die Spur des Falken

Michael Gwisdek war einer der zentralen Schauspieler der späten DDR, danach folgte eine atemberaubende deutsche Filmkarriere – ein Nachruf

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Film war für ihn das verlockendere schauspielerische Me­dium, aber zwanzig Jahre Theaterarbeit dienten ihm als unschätzbare Lehre für seinen künstlerischen Anspruch, «Menschen in außergewöhnlichen, extremen emotionalen Situationen» zu verkörpern. Michael Gwisdek, der im September dieses Jahres verstorbene, mit zahlreichen Preisen ausgezeichnete Schauspieler, wurde im Kriegswinter 1942 geboren. Seine Eltern waren ein Gastwirtpaar in Berlin-Weißensee, die ihren Sohn schon früh als Kellner in ihrem Tanzcafé aushelfen und bewundern ließen.

Nach seiner Grundschulzeit sorgten sie dafür, dass er eine solide Ausbildung als Gebrauchswerber und Dekorateur mit Facharbeiterabschluss erhielt.

Doch parallel bekundete er sein Interesse für eine Ausbildung zum Schauspieler, zunächst an Hilde Körbers Reinhardtschule in Westberlin, dann bei einem Arbeitertheater in Friedrichshain. Er betätigte sich als Plakatmaler und Dekorateur, war dann Vertreter für Kochendwasser­automaten, Jugendclubhausleiter und schließlich Verlader von Eisenbahnwaggons in einer Spezialbrigade im Transformatorenwerk Oberspree. Und gleichzeitig betrieb er ein Fernstudium der Regie an der Theaterhochschule Leipzig. Einen ...

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Theater heute November 2020
Rubrik: Nachruf, Seite 36
von Klaus Völker

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