Neue Stücke · Aufführungen (11/2018)
Neue Stücke
Die Wechselfälle des Todes faszinieren Dramatiker im November. In Clemens Setz’ «Die Abweichungen» wird die Putzhilfe Frau Jassem tot in ihrer Besenkammer gefunden, Selbstmord. Hätte sie sich nicht umgebracht, wäre sie aber auch nicht die Künstlerin geworden, als die sie nach ihrem Ableben und hoffentlich auch am Schauspiel Stuttgart entdeckt wird. In «Tot sind wir nicht» von Svenja Viola Bungarten – UA in Münster – wollen es zwei alte Damen noch mal wissen und auf große Reise gehen.
Vorher muss nur Ehemann Willi kostengünstig bestattet werden. Zu Basel wird Joel Laszlos «Die Verschwörerin», eine Toxikologin, die über die Geschichte von Giftgas forscht, plötzlich mit dessen Gegenwart konfrontiert. In Frankfurt am Main wiederum trifft durch die Wechselfälle des Lebens in Lutz Hübners und Sarah Nemitz’ «Furor» ein liberaler Ministerialdirigent auf einen jungen Rechten voller Wut und Ressentiment. Was Nationalität und Nationalismus bedeuten, hat Chris Thorpe in vielen Gesprächen mit Menschen aus der ganzen Welt erforscht und in «Status» gebündelt, DEA in Mainz. Nora Abdel-Maksoud will am Berliner Gorki Theater endlich auch das Sequel für einen Erfolgsfilm schreiben, und ...
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Theater heute November 2018
Rubrik: Daten, Seite 62
von Red.
Er war der alte Meister der Grantigkeiten, des Weltekels, der Österreich-Beschimpfung: Thomas Bernhard. Thom Luz ist der menschenfreundliche Poet der musikalischen Melancholie, des Schwebens, Zirpens, Abhebens. Das deutsche Theater hat beide zusammengebracht, im von Thom Luz und Wolfgang Menardi hingehauchten Borbonen-Saal des Wiener Kunsthistorischen Museums,...
Bislang stand am Ende von John Drydens «Dramatick Opera» das feierliche Lob der britischen Nation. Ein freudiger Festakt nach vollbrachten Kämpfen: Die Briten haben über die auf die Insel vorgerückten Sachsen gesiegt, König Arthur mit Emmeline die Frau gewonnen, um die er mit dem Sachsenherrscher Oswald gestritten hat, selbst Zauberer Merlin hat Hexer Guillamar vom...
Pläne der Redaktion
Johan Simons packt wieder an: Vier Jahre nach seinem Abschied von den Münchner Kammerspielen übernimmt der 72-Jährige das traditionsreiche, aber zuletzt wenig glückliche Schauspiel Bochum.
Aufgeschoben ist nicht aufgehoben: Der schon für dieses Heft geplante Aufsatz über Theaterarchitektur als gebaute Ideologie.
Von wegen Gott ist tot. In El...
