Die Ausgesetzten

«Mein Schwanensee» und «Vampire’s Mountain»: Am Hamburger Schauspielhaus werfen Christoph Marthaler und Philippe Quesne kleine Gemeinschaften in ausweglose Situationen

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Die kleine Balletttänzerin nimmt den berühmten Komponisten mit nach Hause. Der Komponist schreibt gerade ein neues Werk, eine Ballettmusik, so modern, dass der Großteil des Publikums es nicht verstehen wird, ein Erfolg wird es dennoch werden, weil er nicht von ungefähr so berühmt ist, ihm gelingt alles.

Jedenfalls soll sie die Hauptrolle tanzen, nur ein Titel fehlt noch, mal überlegen … «Schwanensee»? «Mein Schwanensee?» Oder doch lieber «Leidenschaft im Teich»? Sie hat Zweifel, «Schwanensee», gab es da nicht schonmal was? Aber, haha, die kleine Tänzerin, was weiß die schon?

Christoph Marthaler hat seine Trilogie der weltabgewandten Schriftsteller:innen im Malersaal des Deutschen Schauspielhauses Hamburg abgeschlossen, nach Friedrich Hölderlin («Die Sorglosschlafenden, die Frischaufgeblühten», 2021) und Emily Dickinson («Im Namen der Brise», 2023) geht es in «Mein Schwanensee» um Elfriede Jelinek. Wobei Jelineks Eigenbrötlerinnentum ja bei genauer Betrachtung anders gelagert ist als bei den Vorgänger:innen, weil es im Grunde in einer kaum erträglichen Weltzugewandtheit fußt.

Allerdings scheint es der Inszenierung gar nicht primär um die leidende, scharfblickende Weltbeobachterin ...

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Theater heute Dezember 2025
Rubrik: Aufführungen, Seite 18
von Falk Schreiber

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