Die Ausgesetzten
Die kleine Balletttänzerin nimmt den berühmten Komponisten mit nach Hause. Der Komponist schreibt gerade ein neues Werk, eine Ballettmusik, so modern, dass der Großteil des Publikums es nicht verstehen wird, ein Erfolg wird es dennoch werden, weil er nicht von ungefähr so berühmt ist, ihm gelingt alles.
Jedenfalls soll sie die Hauptrolle tanzen, nur ein Titel fehlt noch, mal überlegen … «Schwanensee»? «Mein Schwanensee?» Oder doch lieber «Leidenschaft im Teich»? Sie hat Zweifel, «Schwanensee», gab es da nicht schonmal was? Aber, haha, die kleine Tänzerin, was weiß die schon?
Christoph Marthaler hat seine Trilogie der weltabgewandten Schriftsteller:innen im Malersaal des Deutschen Schauspielhauses Hamburg abgeschlossen, nach Friedrich Hölderlin («Die Sorglosschlafenden, die Frischaufgeblühten», 2021) und Emily Dickinson («Im Namen der Brise», 2023) geht es in «Mein Schwanensee» um Elfriede Jelinek. Wobei Jelineks Eigenbrötlerinnentum ja bei genauer Betrachtung anders gelagert ist als bei den Vorgänger:innen, weil es im Grunde in einer kaum erträglichen Weltzugewandtheit fußt.
Allerdings scheint es der Inszenierung gar nicht primär um die leidende, scharfblickende Weltbeobachterin ...
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Theater heute Dezember 2025
Rubrik: Aufführungen, Seite 18
von Falk Schreiber
Agaue
Teiresias
Kadmos
Pentheus
Dionysos
Boten
Jemand
Stimmen
Chor
1
(Stimmen.)
Haben wir kein Essen mehr
Doch, aber nur ein Viertel für jeden
Das reicht mir aber nicht
Dann geh raus und hol dir was
Hier drinnen ist alles rationiert
Aus guten Gründen
Ich kann nicht
Draußen ist etwas
Dann bestell dir was
Bestell’s dir irgendwoher, wie du magst, die Welt ist klein
...
Noch sind die notorischen Welterklärer:innen uneins, ob Künstliche Intelligenz das Ende der Menschheit bedeutet, oder doch nur, dass wir die öden Jobs machen, während Algorithmen das Dichten und Denken übernehmen. Im Drama «Der Fall McNeal» von Ayad Akhtar, das am Schauspiel Düsseldorf seine deutsche Erstaufführung feiert, gelingt Letzteres erschütternd gut: so...
Viele Theatermenschen haben ein großes Herz für Fußball. David Bösch ist offenbar einer davon. Zur Eröffnung seiner zweiten Spielzeit als Linzer Schauspieldirektor hat der Regisseur die Stückentwicklung «Das Derby» angesetzt, «ein Stück Fußball in zwei Halbzeiten» (Untertitel). In der «Blackbox» (das ist eigentlich die Studiobühne des Musiktheaters) sind im Foyer...
