Neue Orte: Temporäre Übernahme
Die neuen Orte mit der neuen Kunst, das ist auch so eine Schimäre. Die Kunst ist an diesen Orten immer «spannend». Man rennt diesen Orten hinterher und kommt nie bei ihnen an. Und weiß das sogar vorher. Aber die Schimäre bleibt. Das Rennen auch. Wahrscheinlich hat es was mit den eigenen Anfängen zu tun, als man irgendwo war, es aufregend fand, wieder hinging, es immer noch spannend fand, irgendwann dabei war und so eine kleine Heimat gefunden hatte. Die man später zugleich vergisst und verklärt. Und ihr hinterher rennt.
Und dann, während man rennt und anderes tut, taucht er doch auf, so ein neuer Ort für eine neue Kunst.
Die Tagesschau, gesungen
In Frankfurt, im Frankfurter Nordend, gegenüber vom Mousonturm, befinden sich die Naxoshallen. Dort gibt es seit langer Zeit die verlässlichste Größe der Frankfurter Freien Szene, das Theater Willy Praml, das schon immer (mehr oder minder) eine Art alternativer Klassikerpflege betreibt. Innerhalb dieses Theaters «Willy Praml» hat sich das «Studio Naxos» etabliert, für zwei Monate Ende 2015. Ein paar Leute übernehmen mit Billigung des Hausherrn den Laden, von der Kneipe bis zur Bühne.
Diese Leute sind Simon Möllendorf, Regisseur, Daniel Schauf, ...
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Theater heute Februar 2016
Rubrik: Magazin, Seite 58
von Peter Michalzik
Vor sechs, sieben Jahren war sie ein beliebtes Feuilletonthema und provozierte beträchtliche Abwehr: die immer weiter zunehmende Zuwendung zu Romanbearbeitungen auf deutschen Bühnen. Sie begann mit Castorfs Dostojewski-Stücken in den 90er Jahren und ist mittlerweile so allgegenwärtig, dass gar nicht mehr auffällt, dass nichts so sehr die Inszenierungslust...
Eine schöne Mörderin, die ihre Ehemänner tötet, im Keller einbetoniert und im Gefängnis ein Kind bekommt, hat schon starkes Starpotenzial. In Österreich füllte die Geschichte der «Eislady Esti» Klatschspalten und Feuilletons. Selbst der Schriftsteller Thomas Glavinic sprach nach einem Gefängnisbesuch fasziniert von ihren «bemerkenswerten Vibes» und «zarten...
Wie von Geisterhand bewegen sich die Tasten der drei Cembali. Manuell gespielt wären sie gar nicht fähig, das irrwitzige Tempo, das Herbert Fritsch auf der Bühne des Wiener Burgtheaters entfacht, zu erzeugen. Atemlos hetzen sie die Tonleiter rauf und runter, spielen Tril-ler und Tremoli. Drei Cembali auf Speed. Und rund um sie herum, darunter und drüber (und...
