Neue Held:innen
Aus der «Heldenbar» im zweiten Stock des Essener Grillo-Theaters wurde ein kleines Raumtheater, benannt nach Ada Lovelace, Lord Byrons Tochter, einer frühen Pionierin der Computertechnologie. Für den Verlust zweier Spielstätten, der «Box» und der «Casa» im Bürogebäude nebenan, erhält das Essener Schauspiel nun einen neuen Raum zurück. Bei der Renovierung des Grillo-Theaters 1989 hatte der Architekt Werner Ruhnau eine variable Raumbühne in das Große Haus gebaut, die selten genutzt wurde.
Nun hat sein Sohn, Georg Ruhnau, eine kleine variable Raumbühne im früheren Rang-Foyer errichtet.
Und die wird genutzt für die Eröffnungsinszenierung: «(Making) Woyzeck». Kein Guckkaszurück, wenn die Prügelei beginnt. Alle Interaktionsmöglichkeiten eines solchen Bühnenraums werden genutzt.
Regisseur Caner Akdeniz macht sich seinen eigenen Woyzeck, und vor allem seine eigene Marie. Das beginnt bei der Besetzung: drei Darsteller:innen mit türkischem bzw. iranischem Hintergrund gegen zwei ältere Herren aus dem bisherigen Essener Ensemble. Schließlich haben 40 Prozent der Gymnasiasten in Essen Migrationshintergrund, und Büchners «Woyzeck» ist Abiturpflichtlektüre in ganz Deutschland, also gibt es auch ...
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Theater heute Februar 2024
Rubrik: Chronik, Seite 57
von Gerhard Preußer
15.2./DONNERSTAG
19.30, 3sat: Berlinale 2024: Die Eröffnung
Live-Übertragung der Gala im Berlinale Palast mit Vorstellung der Jury und der Wettbewerbsfilme
20.30, 3sat: Kulturzeit extra: Eröffnung Berlinale
WWW.3SAT.DE
ab 14.2., Filmreihe Arthouse Kino
Zehn außergewöhnliche internationale Filmproduktionen, darunter Weißer, weißer Tag von Hlynur Pálmason, Island,...
Der Titel ist eine Ansage: «Karl May», Weltbestseller-Autor aus ärmlichsten Verhältnissen, dessen Männer-Helden um Old Shatterhand, Winnetou, Kara Ben Nemsi et al. nicht nur in postkolonialen Seminarräumen bei bloßer Erwähnung die Neonröhren zum Flackern bringen. Fröhlicher Kolonialismus, kulturelle Aneignung, toxische Männlichkeit, you name it. Es braucht heute...
Im Hintergrund hört man zu Beginn eine Masse jubeln. Ist es ein harmloses Fußballspiel? Oder sind es die Hinrichtungsexzesse der Französischen Revolution? Egal, in Nadja Sofie Ellers aseptischem Bühnenbild – eine Mischung aus leerem Anatomiesaal und Zirkusmanege – ist die Außenwelt ohnehin nur als fernes, surreales Echo präsent.
Die Revolutionäre leben längst in...
