Nackte Liebeserklärungen

Die Freie Szene hegt und pflegt ihr Publikum. Das bewiesen Produktionen, Partys und Proviantpakete beim nordrheinwestfälischen Festival des Freien Theaters «Impulse» unter der neuen Leitung von Matthias von Hartz und Tom Stromberg

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Fünf Darsteller in Alltagskleidern stehen auf einer absolut leeren Bühne, in eigenartigen, deutlich voneinander unterscheidbaren Gesten erstarrt. Einer hält den linken Arm ausgestreckt, als hielte er einen Hirtenstab, eine andere lagert ihm zu Füßen auf dem Boden, den Oberkörper seitlich aufgestützt, ein Dritter steht breitbeinig und mit leicht eingeknickten Knien, als trüge er einen länglichen, schweren Gegenstand – eine Braut, eine Teppichrolle, eine Leiche oder auch nur die «größte Toblerone der Welt», wie es im Verlauf des Abends einmal heißen wird.

Nacheinander beginnen die Akteure zu sprechen: «I imagine...» Sie stellen sich Handlungen und Situationen vor, alltägliche und außergewöhn­liche, die ihre Körperhaltung erklären, sie zueinander in Beziehung setzen, diese Beziehungen uminterpretieren: Die Frau, die auf der Bühne liegt und sich selbst als verführerisch schöne Herrscherin sieht, ist für den Mann daneben die alte Tante, der er den Tee reicht.
   

Genial einfach: Ivana Müllers «While we were holding it together»

Diese Posen werden sie während der nächsten Stunde, den ganzen Theaterabend hindurch, beibehalten, über die Schmerzgrenze des eigenen Körpers hinaus. Blackouts ...

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Theater heute Januar 2008
Rubrik: Freie Szene, Seite 42
von Susanne Finken

Vergriffen
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