Nachwuchs: Die Nicht-Identitären
Zum 13. Mal traf sich im Juni das Körber Studio Junge Regie im sonnigen Hof und den flexiblen Räumen des Thalia-Theater-Ablegers in der Gaußstraße. Das Bestentreffen der deutschsprachigen Regielehrgänge, nicht kuratiert, sondern entsandt von den Schulen selbst, erfindet sich Jahr für Jahr ein bisschen neu (mit Tischgesprächen, Workshops, internationalem Gast) und bleibt im Kern dasselbe: der erste Branchentreff für den Regie-Nachwuchs und ihre Dozenten, die erste Begegnung mit dem ziemlich gnadenlosen Wettbewerb, der nach dem Schutzraum Schule kommen wird.
Alljährlich teilt Thalia-Intendant Joachim Lux zur Begrüßung den Aspiranten seine illusionslose Sicht auf den Markt mit; dieses Jahr nannte er das Anzupeilende «Marktgängigkeit über den Widerstand gegen den Markt», den der Impulsredner Caspar Nieuwenhaus, Künstlerischer Direktor des freien Amsterdamer Likemind-Theaters, in seinem flammenden «neoromantischen» Begrüßungsvortrag als Grund des Stillstands genannt hatte, der das europäische Theater erfasst habe. Zu «Missionaren des Kapitals» seien Künstler verkommen. Aber: Es gibt immer einen Ausweg!
Musik, Video, Experten des Alltags
Der kann in höchst unterschiedliche Richtungen ...
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Theater heute August/September 2016
Rubrik: Magazin, Seite 75
von Barbara Burckhardt
Dieses Theater hat nicht die Aufgabe, sich mit der aktuellen politischen oder gesellschaftlichen Situation auseinanderzusetzen. Dieses Theater ist seinem jüdischen Erbe verpflichtet», erklärt der ältere Herr im Leitungsbüro des Jüdischen Theaters in Warschau freundlich. Dabei ist das antisemitische Graffito auf der grauen Betonwand gegenüber auch durch das Fenster...
Schon eine einzige entstandene Mädchenschule in Afghanistan rechtfertigt den ISAF-Einsatz», sagt die Performerin, während die mutmaßliche Urheberin dieser Worte, eine 23-jährige afghanische Studentin und Aktivistin aus analphabetischem Hause, unbewegt von der Videoleinwand blickt. Nur wenige Minuten später wird ihr in «Conversion/Nach Afghanistan» widersprochen:...
Solch ein Eiserner Vorhang ist ein hübsches Ausschlussinstrument. Olga (Cathérine Seifert) und Barnabas (André Szymanski) haben irgendwie einen Weg nach vorn entdeckt, jetzt stehen sie an der Rampe und kommen nicht zurück. Also wenden sie sich ans Publikum, an den Fremden, und dem erzählen sie die Geschichte vom Feuerwehrfest: Wie einst der Beamte Sortini ihrer...
