Nachwuchs: Die Nicht-Identitären
Zum 13. Mal traf sich im Juni das Körber Studio Junge Regie im sonnigen Hof und den flexiblen Räumen des Thalia-Theater-Ablegers in der Gaußstraße. Das Bestentreffen der deutschsprachigen Regielehrgänge, nicht kuratiert, sondern entsandt von den Schulen selbst, erfindet sich Jahr für Jahr ein bisschen neu (mit Tischgesprächen, Workshops, internationalem Gast) und bleibt im Kern dasselbe: der erste Branchentreff für den Regie-Nachwuchs und ihre Dozenten, die erste Begegnung mit dem ziemlich gnadenlosen Wettbewerb, der nach dem Schutzraum Schule kommen wird.
Alljährlich teilt Thalia-Intendant Joachim Lux zur Begrüßung den Aspiranten seine illusionslose Sicht auf den Markt mit; dieses Jahr nannte er das Anzupeilende «Marktgängigkeit über den Widerstand gegen den Markt», den der Impulsredner Caspar Nieuwenhaus, Künstlerischer Direktor des freien Amsterdamer Likemind-Theaters, in seinem flammenden «neoromantischen» Begrüßungsvortrag als Grund des Stillstands genannt hatte, der das europäische Theater erfasst habe. Zu «Missionaren des Kapitals» seien Künstler verkommen. Aber: Es gibt immer einen Ausweg!
Musik, Video, Experten des Alltags
Der kann in höchst unterschiedliche Richtungen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute August/September 2016
Rubrik: Magazin, Seite 75
von Barbara Burckhardt
Lauter gute Menschen: Der 70-jährige österreichische Rentner, der Flüchtlinge im Asylverfahren berät und zur Not auch aus dem Abschiebevollzug holt. Die 80-jährige Schweizerin, die seit Jahrzehnten gegen die dortige Asylpolitik kämpft und sich darüber eine Art Adoptivfamilie aufgebaut hat. Die energische Studienrätin, die für ihre Schützlinge gegen das Jugendamt...
Die russische Seele ist ein schwarzes Loch. Und zwar eines ohne Boden. Ob Wodka, Rubel oder Moral – alles versickert auf Nimmerwiedersehen. In Stuttgart sind es genau genommen gleich zwei schwarze Löcher, gebildet von den Augenhöhlen eines riesigen Schädels, der in der Bühnenmitte thront. Dieser Schädel, militärisch behelmt und mit Schutzbrille, ist Spielort und...
Es ist ein Has’ entsprungen. Der Wächter und Chorführer im Horror-Haus der Atriden trägt Hasen-Ohren. In der Nähe des Schauspielers, der wie elektrisch aufgeladen an Strippen hängt und später von seinem Blut überschwemmt wird, steht noch eine putzig kleine Figurengruppe von Vorgarten-Hasen. Beuys und Schlingensief haben das Totemtier, das ikonografisch für den...
