Nachwuchs: Die Nicht-Identitären
Zum 13. Mal traf sich im Juni das Körber Studio Junge Regie im sonnigen Hof und den flexiblen Räumen des Thalia-Theater-Ablegers in der Gaußstraße. Das Bestentreffen der deutschsprachigen Regielehrgänge, nicht kuratiert, sondern entsandt von den Schulen selbst, erfindet sich Jahr für Jahr ein bisschen neu (mit Tischgesprächen, Workshops, internationalem Gast) und bleibt im Kern dasselbe: der erste Branchentreff für den Regie-Nachwuchs und ihre Dozenten, die erste Begegnung mit dem ziemlich gnadenlosen Wettbewerb, der nach dem Schutzraum Schule kommen wird.
Alljährlich teilt Thalia-Intendant Joachim Lux zur Begrüßung den Aspiranten seine illusionslose Sicht auf den Markt mit; dieses Jahr nannte er das Anzupeilende «Marktgängigkeit über den Widerstand gegen den Markt», den der Impulsredner Caspar Nieuwenhaus, Künstlerischer Direktor des freien Amsterdamer Likemind-Theaters, in seinem flammenden «neoromantischen» Begrüßungsvortrag als Grund des Stillstands genannt hatte, der das europäische Theater erfasst habe. Zu «Missionaren des Kapitals» seien Künstler verkommen. Aber: Es gibt immer einen Ausweg!
Musik, Video, Experten des Alltags
Der kann in höchst unterschiedliche Richtungen ...
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Theater heute August/September 2016
Rubrik: Magazin, Seite 75
von Barbara Burckhardt
Es ist ein Has’ entsprungen. Der Wächter und Chorführer im Horror-Haus der Atriden trägt Hasen-Ohren. In der Nähe des Schauspielers, der wie elektrisch aufgeladen an Strippen hängt und später von seinem Blut überschwemmt wird, steht noch eine putzig kleine Figurengruppe von Vorgarten-Hasen. Beuys und Schlingensief haben das Totemtier, das ikonografisch für den...
Schluss. Aus. Ende. Am 19. Juni ein letzter «Liebestrank», seitdem ist es still im Großen Haus des Theaters Augsburg. Der Grund für die vorzeitige Schließung: Untersuchungen zur geplanten Sanierung förderten bisher unbekannte massive Mängel beim Brandschutz zu Tage. Für Intendantin Juliane Votteler und ihr Team bedeutet das, überstürzt nach Ausweichspielstätten zu...
Dieses Theater hat nicht die Aufgabe, sich mit der aktuellen politischen oder gesellschaftlichen Situation auseinanderzusetzen. Dieses Theater ist seinem jüdischen Erbe verpflichtet», erklärt der ältere Herr im Leitungsbüro des Jüdischen Theaters in Warschau freundlich. Dabei ist das antisemitische Graffito auf der grauen Betonwand gegenüber auch durch das Fenster...
