Nachtschicht allerseits
Sie sind besonders blass, tragen Schwarz und arbeiten in der Nacht: Sie sind Bühnenarbeiter:innen, zuständig für den Aufund Abbau vor und nach einer Theateraufführung. Für die Zuschauer:innen sind sie üblicherweise nicht sichtbar. Jetzt aber, in «Was ihr nicht sehen könnt – eine Vampirgeschichte», einer Koproduktion des Festivals Theaterformen mit dem Schauspiel Hannover, stehen die drei (Torben Kessler, Helene Krüger, Nils Rovira-Muñoz) auf der Bühne und plaudern.
Über die fragliche Zukunft der Windkraft – vermutlich weil sie gerade ein Bühnenbild mit Windrädern abbauen müssen –, über die nervigen Stechmücken und über ihre telepathischen Kräfte.
Letztere besitzen sie, so erfährt man, seit die drei mit dem Vampirismus infiziert wurden, und dieses übersinnliche Talent legitimiert dann auch einen vermeintlichen Zuschauer:innen-Dialog. Sprich, aus dem Publikum unterstellten Kindergartenfragen wie «Seht ihr immer so gruselig aus?», «Habt ihr eigentlich Gefühle?» und «Seid ihr tot oder lebendig?». Daraus entspinnt sich ein erstes Aufklärungsgeplänkel über Dracula, Nosferatu & Co. Im heiteren Grips-Theater-Stil, nur naiver, und mit allzu vertrauten Inhalten, Überlieferungen und ...
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Theater heute August-September 2023
Rubrik: Chronik, Seite 58
von Katrin Ullmann
ALTENBURG/GERA, THEATER
8.9. Shakespeare. Viel Lärm um Nichts
R. Jan Jochymski
BADEN-BADEN, THEATER
23.9. nach Büchner, Waits u.a., Woyzeck
R. Sandra Leupold
BASEL, THEATER
8.9. Haug nach Sophokles, Antigone
R. Antú Romero Nunes
21.9. Meinhold und Schötz, Little Ice Age
R. Marthe Meinhold
BERLIN, BERLINER ENSEMBLE
23.9. Büchner, Woyzeck
R. Ersan Mondtag
21.9....
Manchmal freilich brach es aus ihm heraus: «Ich hasse sie», begrüßte er dann einen der ihn besuchenden Journalisten. Oder er begründete akribisch, warum er dafür sei, George Orwell für dessen «1984» zu töten – fünf Jahre nach dessen natürlichem Tod. Oder er trickste die zahlreichen Kritiker, die ihm im Hotel in Mailand auflauerten, aus, ließ sich unter Hinweis auf...
Margit Carstensen war die Petra von Kant, im Film und auf der Bühne; sie prägte diese wie viele Fassbindersche Frauenfiguren. Dem Regisseur sei nachgesagt worden, sagt Carstensen 1992 in einem Interview, so negative Frauenbilder gezeichnet zu haben. «Dabei war ich das. Ich hab’ sie negativ gezeigt.» Schließlich seien hinter dem, was man nach außen sehe, oft doch...
