Nachruf: Der Verbündete
Christoph Funke, 1934 geboren, in Chemnitz aufgewachsen, wurde nach einem Studium der Germanistik bei Hans Mayer in Leipzig bald einer der bestimmenden Theaterkritiker der DDR. Von 1956 bis zur Schließung 1991 war er Kritiker, später auch leitender Kulturredakteur der Zeitung «Der Morgen» und unter Theaterleuten als integerer publizistischer Begleiter hoch respektiert. Nach der Wende schrieb er u.a. für den Berliner «Tagesspiegel» und die «Neue Zürcher Zeitung».
Funke wusste, dass mit der DDR nicht nur eine Theaterepoche zu Ende gegangen war, sondern auch eine Form der Kritik, die sich mehr als freundschaftlicher Verbündeter denn als kritischer Begleiter verstand. In seinem Nachruf auf Manfred Wekwerth schrieb er: «Einige Jahrzehnte lang waren wir, der Intendant und der Kritiker, durch das unerschütterliche Bekenntnis zu Brecht und zum Berliner Ensemble eng miteinander verbunden. Wekwerth bedankte sich für die ‹große kritische Hilfe› des Rezensenten, und der Rezensent versuchte, die theatergeschichtlich bedeutsamen Inszenierungen des Regisseurs analytisch zu erschließen. Eine solche Art der Theaterkritik ist heute nicht mehr üblich, nicht mehr möglich.» Christoph Funke hat die ...
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Theater heute Mai 2016
Rubrik: Magazin, Seite 76
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