Wiesbaden: Ab 14

Ibsen «Hedda Gabler»

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Ein aufgerissenes Hemd, eine abgestreifte Hose, ein kurzes Stöhnen. Dann liegen sie wieder da auf ihrem Luxussofa ohne eine Idee, wie die Restzeit totzuschlagen sei – für immer und ewig. Hedda verdreht die Augen überm Wonnemund, Jörgen schaut verlegen weg, und vorbei ist es mit der Intimität des Scheinehepaars.

Denn im Kleinen Haus des Staatstheaters Wiesbaden leben Hedda und Tesman unverbunden nebeneinander in ihrem Vorzeigeheim: Intendant Uwe Eric Laufenberg hat hier Ibsens «Hedda Gabler» inszeniert, und die ewig Unzufriedene und ihren blässlichen Gatten in einem schicken, graublauen und modernen Wohnzimmer angesiedelt. Im Hintergrund, auf einem wandfüllenden Bildkasten, schimmert der Fjord im Sonnenlicht.

Gerade sind sie von der Hochzeitsreise heimgekehrt, gleich wird ihre Vergangenheit sie einholen in Gestalt von Eilert Lövborg – Jörgens ewigem Konkurrent und Heddas ehemaligem Geliebten, der das auf Schulden erkaufte Glück der beiden bedroht. Die Tochter des Generals, eine hohe Schöne mit dunklen Springfederlocken, die elegant ihre Schultern umspielen, heiratete den Kleinbürger Tesman, weil dieser versprach, sie zu versorgen. Nun also fläzt sie sich lässig auf dem schicken ...

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Theater heute Mai 2016
Rubrik: Chronik, Seite 67
von Esther Boldt

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