Morgen seid ihr dran
«Du machst Frühstück / Ich mach mein Lächeln. Du machst Einkäufe / Ich mache langsam. Du machst Wäsche / Ich dich zufrieden. Du machst Häppchen / Ich mache groß. Du machst das Bett / und Ich keinen Stress.» – Dass Beziehungen, deren Bindemittel im Wesentlichen aus Abhängigkeiten besteht, tief in zwischenmenschliche Abgründe blicken lassen, ist wahrscheinlich unvermeidlich.
Ebenso unvermeidlich wie die Tatsache, dass fast alle Menschen im Laufe ihres Lebens in ebendiese Abhängigkeit geraten: aller -spätestens dann, wenn Altersschwäche und Krankheit am Lebensende sogar den selbstbestimmten Gang zur Toilette unmöglich machen. Für ihre «autobiografisch geprägte» Arbeit zum Thema häusliche Altenpflege hat die in Japan geborene und seit 2007 in Berlin lebende Regisseurin Ren Saibara den schlichten, aber dennoch großformatigen Titel «Würde und Liebe» gewählt. Dass die Worte dabei weniger den Ist-Zustand beschreiben als ein dringliches Anliegen formulieren würden, war anzunehmen. Den dazu geeigneten Text hat die Schauspielerin Eva Löbau geschrieben, mit der Saibara bereits im Theaterkollektiv Die Bairishe Geisha die Inszenierung «Mein München» entwickelte.
Zur freien Spielstätte Vierte ...
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Theater heute 12 2022
Rubrik: Chronik, Seite 57
von Anja Quickert
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Heute hier, morgen da, übermorgen ganz woanders – Fotograf:innen neigen zur beruflichen Heimatlosigkeit, auch wenn sie sich vorzugsweise mit dem Theater beschäftigen. Dass aber einer wie der Berliner Fotograf Thomas Aurin sich schon am Beginn der Karriere (die ihn von der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz aus an viele große Theater führte) ausgerechnet auf die...
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