Am Ort der Hoffnung

Mit Gisèle Viennes «Extra Life» ist ein Stück zum Berliner Theatertreffen eingeladen, das sich allen Kategorisierungen verweigert. Wie die Künstlerin selbst

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August 2023. Vor kurzem hatte Gisèle Viennes «Extra Life» bei der Ruhrtriennale Premiere, ein paar Wochen später ist der Abend beim Internationalen Sommerfestival im Hamburger Kulturzentrum Kampnagel zu sehen. Ein Geschwisterpaar hat am frühen Morgen eine Party verlassen und ist mit seinem Kleinwagen am Waldrand gestrandet, berauscht, aufgekratzt, müde.

Clara (Adèle Haenel) und Félix (Theo Livesey) haben sich schon länger nicht gesehen, anscheinend leiden sie an einem Trauma, einer Missbrauchserfahrung im Kindesalter, das Wieder -sehen ist auch ein zögerliches Aufarbeiten dieser Erfahrung, immer wieder gibt es Versuche, das Verdrängte anzusprechen, die kurz darauf wieder abbrechen. Irgendwann taucht eine dritte Figur (Katia Petrowick) auf, bei der nicht klar ist, wen sie darstellt: das abgespaltene Selbst? Unterbewusstes? Eine Doppelgängerin? Eine verirrte Nachtschwärmerin? Irgendwann wird das Auto verlassen, irgendwann wird getanzt. Ein rätselhaftes, ein berührendes Stück.

Februar 2024. «Extra Life» ist zum Berliner Theatertreffen im Mai eingeladen, ungewöhnlich für ein Stück, das sich schwer kategorisieren lässt, das nicht eindeutig Sprechtheater ist, aber auch nicht eindeutig ...

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Theater heute Mai 2024
Rubrik: Akteure, Seite 38
von Falk Schreiber

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