Am Ort der Hoffnung
August 2023. Vor kurzem hatte Gisèle Viennes «Extra Life» bei der Ruhrtriennale Premiere, ein paar Wochen später ist der Abend beim Internationalen Sommerfestival im Hamburger Kulturzentrum Kampnagel zu sehen. Ein Geschwisterpaar hat am frühen Morgen eine Party verlassen und ist mit seinem Kleinwagen am Waldrand gestrandet, berauscht, aufgekratzt, müde.
Clara (Adèle Haenel) und Félix (Theo Livesey) haben sich schon länger nicht gesehen, anscheinend leiden sie an einem Trauma, einer Missbrauchserfahrung im Kindesalter, das Wieder -sehen ist auch ein zögerliches Aufarbeiten dieser Erfahrung, immer wieder gibt es Versuche, das Verdrängte anzusprechen, die kurz darauf wieder abbrechen. Irgendwann taucht eine dritte Figur (Katia Petrowick) auf, bei der nicht klar ist, wen sie darstellt: das abgespaltene Selbst? Unterbewusstes? Eine Doppelgängerin? Eine verirrte Nachtschwärmerin? Irgendwann wird das Auto verlassen, irgendwann wird getanzt. Ein rätselhaftes, ein berührendes Stück.
Februar 2024. «Extra Life» ist zum Berliner Theatertreffen im Mai eingeladen, ungewöhnlich für ein Stück, das sich schwer kategorisieren lässt, das nicht eindeutig Sprechtheater ist, aber auch nicht eindeutig ...
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Theater heute Mai 2024
Rubrik: Akteure, Seite 38
von Falk Schreiber
Theater heute Sima Djabar Zadegan und Aljoscha Begrich, Sie beide leiten dieses Jahr das Internationale Forum beim Berliner Theatertreffen. Was ist so besonders an diesem Format?
Aljoscha Begrich Ich war selbst 2014 Stipendiat und habe 2018 zusammen mit Akira Takayama einen Workshop geleitet sowie ähnliche Formate in Kopenhagen und Istanbul veranstaltet. Es ist...
Nicht gerade optimistisch für eine National -hymne: «Ruhm und Wille der Ukraine sind noch nicht tot», lauten die ersten Worte der ukrainischen Hymne, und ihr Titel: «Noch ist die Ukraine nicht gestorben». Das Lied kündet von «blutigen Schlachten», davon, sich für die Freiheit zu opfern, und vom Glauben an eine Zukunft, in der die Ukrainer:innen «niemandem erlauben,...
Was er wohl so denkt, wenn er vor der Tür steht? Oder in diesem Fall: sie, «die Tod»? Der Dramatiker Marcus Peter Tesch, Jahrgang 1989 und aus dem niederbayerischen Deggendorf, in Gießen ausgebildet und in der Dramaturgie der «Schaubühne» in Berlin weiter geschult, war zweimal Leiter des «Writers Room» beim Theatertreffen und 2017 nominiert für den Retzhofer...
