Kaufmännische Leistungen
Fast den ganzen Abend haben die Schauspieler Daniel Lommatzsch und Sebastian Rudolph schon als stumme Edel -statisten in schwerer Feuerwehrmontur verbracht. Erst kurz vor Schluss dieser letzten eigenen Inszenierung des scheidenden Intendanten Nicolas Stemann am Schauspielhaus Zürich schälen sie sich aus den Uniformen, tragen Anzüge darunter, werden zu aalglatten Geschäftsleuten in einer Videodokumentation.
Stolz berichten sie von der stiftungsfinanzierten «Kunst- und Parkmeile», die hier anstelle des Pfauens entstehen soll, achtzig Prozent des «Zürich Tower» seien «unter der Erde» geplant, um Platz für «38.000 PKWs» bereitzuhalten: «Theater und Parkhaus gemeinsam», jubeln sie, «Orte der Begegnung!» Kurz darauf explodiert das Schauspielhaus – natürlich nur im Video. Die Begegnung des deutschen Leitungs -duos Nicolas Stemann und Benjamin von Blomberg mit der Stadt Zürich geht nach fünf Jahren nicht in die Verlängerung. Der nie ganz offen kommunizierte Grund waren letztlich wohl finanzielle Differenzen – der Semi-Stagione-Betrieb, die Erweiterung des Schauspiel-Ensembles um die Tanzcompagnie von Trajal Harrel und zahlreiche Gäste, teils wohl auch bessere Arbeitnehmerverträge erhöhten ...
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Theater heute Mai 2024
Rubrik: Aufführungen, Seite 6
von Eva Behrendt
Franz Wille Eins der großen Ereignisse dieser Spielzeit ist die «Anthropolis»-Serie des Hamburger Schauspielhauses in der Regie von Karin Beier: fünf Stücke, teils Übersetzungen, teils neu geschrieben nach mythischen oder antiken Vorlagen um die Stadt Theben. Insgesamt ein riesiges Projekt, selbst für die Verhältnisse eines großen deutschsprachigen Stadttheaters....
Nicht gerade optimistisch für eine National -hymne: «Ruhm und Wille der Ukraine sind noch nicht tot», lauten die ersten Worte der ukrainischen Hymne, und ihr Titel: «Noch ist die Ukraine nicht gestorben». Das Lied kündet von «blutigen Schlachten», davon, sich für die Freiheit zu opfern, und vom Glauben an eine Zukunft, in der die Ukrainer:innen «niemandem erlauben,...
Thetis, die alte Nymphe, liegt im Liegestuhl am Strand. Der ist – wie sie selbst – etwas in die Jahre gekommen. Die Kostümbildner:innen Lena Schön und Helen Stein haben Gala Othero Winter ein besonders fließendes, besonders altmachendes Kleid in gedeckten Graubraungold-Tönen und eine Perücke mit großen, rotbraunen Locken verpasst – so ausstaffiert liegt sie da auf...
