Momentaufnahmen des Scheiterns
Das Thema des Stücks ist letztendlich das Scheitern, Momente des Scheiterns groß aufgenommen.» So umreißt Roland Schimmelpfennig den Inhalt seines 2002 von Jürgen Gosch am Hamburger Schauspielhaus uraufgeführten Stückes «Vorher/ Nachher». In 51 kurze Auftritte unterteilt, ist das Drama des gefragten mitteljungen Dramatikers ein Szenenkaleidoskop, das mehr als dreißig Figuren in ihrer Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft skizziert.
Die Figuren stecken in Entscheidungen, Veränderungen, Momentaufnahmen – erleben und begegnen sich vor oder nach einem für sie signifikanten Ereignis.
Sie sind Stereotype allesamt, sind Männer oder Frauen «um die Dreißig», sind Tänzer, Nonnen, Handwerker, sind «aus der Bar», «aus Russland» oder einer «anderen Stadt». Sie streifen durch ein Hotel, einen unbestimmten Ort. Einige der Figuren begegnen sich wieder, manche verschwinden spurlos irgendwo, andere bleiben einfach allein. Keine leichte Aufgabe, aus dieser Bestandsaufnahme, aus diesem Menschensammelsurium, in dem die distanzierte dritte Person als Erzählform überwiegt, eine schlüssige Inszenierung zu bauen.
Das Bühnenbild, das Sonja Kloevekorn und Eveline Havertz für Daniel Karaseks Kieler ...
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Es ist ein kleines Juwel, dieses aus klassischen fünf Akten bestehende Drama «Shining City» des 1971 geborenen Iren Conor McPherson. Dabei macht es gar nicht viel von sich her. Zwei Haupt- und zwei Episodenfiguren begegnen sich nach und nach in einer Dachgeschosswohnung in Dub-lin, die dem vierzigjährigen Ian gehört. Dieser Ian, ein sanfter, sympathischer Mann,...
Das gibt es also: den geplanten Zufall. Nichts Beiläufigeres, Unangestrengteres, scheinbar Planloseres auf Erden und der Bühne als Ruedi Häusermanns stilles Geräuschetheater, Sinfonien aus Surren und Sirren, Gurren und Girren, Zirpen und Zupfen, als hätte sich ein freundlicher Tinnitus zum Weltgeräusch aufgeschwungen. Und doch liegt dem allen ein zweifellos...
Das Teatro delle Albe aus Ravenna ist eine der ungewöhnlichsten Gruppen Italiens – seit über zwanzig Jahren erfinden sie immer wieder neue Formen und Spielmethoden, Texte und Töne. Sie machen experimentelles Theater jenseits jeweiliger Moden und Trends, ein energiegeladenes, hochprofessionelles Theater des Lebens, des Begehrens und der Reflexion. Ihre berühmteste...
