Wovon man nicht sprechen kann, davon muss man summen
Das gibt es also: den geplanten Zufall. Nichts Beiläufigeres, Unangestrengteres, scheinbar Planloseres auf Erden und der Bühne als Ruedi Häusermanns stilles Geräuschetheater, Sinfonien aus Surren und Sirren, Gurren und Girren, Zirpen und Zupfen, als hätte sich ein freundlicher Tinnitus zum Weltgeräusch aufgeschwungen.
Und doch liegt dem allen ein zweifellos göttlicher Plan aus Menschenhand zugrunde, und Häusermann, ein Verschlüssler ohne die Arroganz des Hermetischen, gibt diesen Plan im Hannoveraner Programmheft zu «Gewähltes Profil: Lautlos» offenherzig preis – eine pastellbunte Collage, ein minutiöser Ablaufplan, der die präzise Organisation des scheinbar Zufälligen zum Gesamtkunstwerk aus Tönen, Licht und Bewegung beschreibt. Da liegen säuberlich auf Zeitachsen nebeneinander das Jodeln und der Schlafanfall, der Qualm und der Bienenstock, der Stuhltanz, das Tonfischen und die Wundertulpe, und für den, der’s nicht glauben mag, steht fett darunter das Gütesiegel: «Garantiert kein Schwindel!»
Immer wieder einmal hat sich der Schweizer Häusermann, ein Weggenosse und Bruder im Geiste Christoph Marthalers, für seine skurrilen Weltentwürfe von der Wortwelt verwandter Seelen der ...
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Sie möblieren sich ihre Verzweiflung mit einer gemütlichen, potthässlichen Eckcouch-Garnitur, tänzeln am Abgrund ihrer Existenz verzweifelt leichtfüßig wie Hochseil-Akrobaten, sie bewältigen ihre (im Knast) abgesessene Vergangenheit im Schluckspecht-Tempo und betrügen sich mit grellen Wunschvorstellungen um ihre Zukunft – sie sind überhaupt ein paar ganz tolle...
Mit Helden ist das so eine Sache.
Einerseits gilt das Verhältnis zu ihnen hierzulande als gespalten. Besonders, wenn es sich um die germanische Variante dieses Rollenmodells handelt. Erschwerend kommt hinzu, dass die germanischen Sagen heute nicht mehr unbedingt zum Wissenskanon zählen. Oder weiß jemand etwa, wer Hildebrand und Hadubrand waren? Weiß jemand noch,...
Ich wollte unbedingt etwas mit dem Theater zu tun haben», sagt sie, und dass sie sich immer mal wieder frage, ob sie statt Theaterstücken nicht doch Romane schreiben soll. Mit dem Theater hat sie seit ihrem vierzehnten Lebensjahr zu tun, als sie in einem Züricher Jugendclub spielte und irgendwann zusammen mit Freunden auch kleine Theatertexte entwickelte. Jetzt,...
