Mörderisches Elend
Chapeau: Wer hätte King Richard III., dem letzten Shakespeareschen Rosenkrieger, eine derart breitenwirksame Karriere zugetraut? Sowohl die Zürcher Intendantin Barbara Frey als auch der Düsseldorfer Schauspielhauschef Staffan Valdemar Holm haben den blutrünstigen Buckel-Monarchen, der sich dank weiträumigen Bruder-, Neffen- und Gattinnenmords kurzzeitig an der englischen Krone festbeißen konnte, endgültig in der Mitte der Gesellschaft verankert; vielleicht sogar ein paar Zentimeter darunter.
Die FAZ war jedenfalls nicht die einzige, die am Rhein dem Aufstieg und Fall eines lokalen «Bierzapfers» zusah, während die SZ am Zürichsee an einen «Hausmeister» dachte, der laut FR wiederum einen «Staubsaugervertreter» nach dem anderen aus dem Weg zum Firmenthron räumte.
Wie rasant sich das schurkische Identifikationsangebot tatsächlich potenziert hat, ist vor allem in Düsseldorf exemplarisch zu beobachten. Hier marschieren die Akteure im probenaffinen Casual Look auf die Bühne und grooven sich – die Türen zum Foyer sind noch offen, die Lichter im Saal noch an – erst mal sämtlich versuchsweise in die Titelrolle ein: «Jetzt folgt dem Winter unsrer Bitterkeit der Sommer unsrer Macht», murmelt ...
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Theater heute Mai 2012
Rubrik: Aufführungen, Seite 10
von Christine Wahl
Jugend will Protest und Anarchie – in allen «Räuber»-Inszenierungen seit 1782. Den Ton der Jugend muss man treffen, den ewigen und den tagesaktuellen. Der polnische Regisseur Jan Klata zielt in seiner Bochumer Inszenierung danach. Und trifft Ton und Bild der Rockmusik. Die schwarzweißen Videoclips von The Battles (Tonto), Woodkid (Iron) und Lana Del Rey (Born to...
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Ein Experiment: Stell dir vor, die Superhelden diverser Comics böten dir ihre Hilfe an – wäre das der Beginn eines sorgenfreien Lebens? Fehlt es der Welt schlicht an solchen Rettern?
«Von Helden» hat Intendant Peter Spuhler seine erste Spielzeit am Badischen Staatstheater überschrieben und den jungen Regisseur Tomas Schweigen nun mit den Comic-Heroen betraut....
