Köln: Schauspiel
Die drei Männer mit dem Dauergrinsen verbreiten schon in der dreißigsten Minute bräsige Behäbigkeit und inkontinente Ironie, als sich dann doch etwas tut. Man hatte alle Zeit der Welt. Sportliche Provokation von Zuschauergeduld und latentes Versprechen eines herausgezögerten Vorhabens hielten sich zwar in einigen guten Momenten die Waage, aber meist wurde jeder Satz, jede Körperposition mit der Haltung angefeuchtet, dass man sie bloß nicht ernst nehmen möge. Dann wird endlich das Register gewechselt.
Aus der Andeutung eines auf 33 abgespielten, aber auf 45 aufgenommenen Werkstattgespräches über irgendein modulares, aus präparierten, aber nicht notwendig auch realisierten Elementen bestehendes Experimental-Improvisationsprojekt, wird jetzt full blown Fernsehparodie.
Regisseur Nicolas Stemann und seine beiden Musikerkumpel Sebastian Vogel und Thomas Kürstner und ihr Talk-Show-Set weichen einer kindisch aufgekratzten Problemfamilien-Soap und ihren Darstellern. Es geht zwar an diesem Abend eigentlich um den so genannten demografischen Faktor, hier vor allem verstanden als das Problem, dass immer weniger Erwachsene in Zukunft immer mehr Rentner finanzieren müssen – aber das hindert ...
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Theater heute Mai 2012
Rubrik: Chronik, Seite 60
von Diedrich Diederichsen
Die Theaterzeitschrift
im 53. Jahrgang
Gegründet von
Erhard Friedrich und Henning Rischbieter
Herausgeber
Friedrich Berlin Verlag
Redaktion
Eva Behrendt
Barbara Burckhardt
Franz Wille (V.i.S.d.P.)
Mitarbeit
Marion Schamuthe
Gestaltung
Christian Henjes
Designkonzept
Ludwig Wendt Art Direction
Redaktionsanschrift
Knesebeckstr. 59–61, 10719 Berlin,
Telefon 030/25 44 95 10, Fax...
In dem Film «Der Junge mit dem Fahrrad» der belgischen Brüder Jean-Pierre und Luc Dardenne passiert etwas Unerhörtes. Vier Mal, stets nur ganz kurz, rauscht der Beginn des zweiten Satzes von Beethovens 5. Klavierkonzert auf. Das Adagio setzt die Antithese zur krassen sozialen Realität. Ähnliches passiert im Kleinen Haus des Düsseldorfer Schauspiels, wo Felix...
Simon Stephens’ «Wastwater»-Trilogie war das ausländische Stück 2011. Jetzt folgen zwei Erstaufführungen in Wien und Köln – ein Aufführungsvergleich.
Alljährlich treffen sich beim «Körber Studio» in Hamburg die deutschsprachigen Regieschulen, eifrig beäugt von den Talentscouts der Stadt-und Staatstheater. Wie sieht sie aus, die Szene von morgen?
Selma Spahic nennt...
