Köln: Schauspiel

Alles muss raus. Stemann, Kürstner, Vogel u.a. «Der demografische Faktor»

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Die drei Männer mit dem Dauergrinsen verbreiten schon in der dreißigsten Minute bräsige Behäbigkeit und inkontinente Ironie, als sich dann doch etwas tut. Man hatte alle Zeit der Welt. Sport­liche Provokation von Zuschauergeduld und latentes Versprechen eines herausgezögerten Vorhabens hielten sich zwar in einigen guten Momenten die Waage, aber meist wurde jeder Satz, jede Körperposition mit der Haltung angefeuchtet, dass man sie bloß nicht ernst nehmen möge. Dann wird endlich das Register gewechselt.

Aus der Andeutung eines auf 33 abgespielten, aber auf 45 aufgenommenen Werkstattgespräches über irgendein modulares, aus präparierten, aber nicht notwendig auch realisierten Elementen bestehendes Experimental-Improvisationsprojekt, wird jetzt full blown Fernsehparodie.

Regisseur Nicolas Stemann und seine beiden Musikerkumpel Sebastian Vogel und Thomas Kürstner und ihr Talk-Show-Set weichen einer kindisch aufgekratzten Problemfamilien-Soap und ihren Darstellern. Es geht zwar an diesem Abend eigentlich um den so genannten demografischen Faktor, hier vor allem verstanden als das Problem, dass immer weniger Erwachsene in Zukunft immer mehr Rentner finanzieren müs­sen – aber das hindert ...

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Theater heute Mai 2012
Rubrik: Chronik, Seite 60
von Diedrich Diederichsen

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