Mitreißende Saisonvorschau aus Zürich
Die mitreißendste Vorschau der neuen Saison kommt aus Zürich. Dort macht man nicht viele Worte – die folgen auf der Bühne später sowieso –, sondern brüllt aus vollem Bollywood-Löwenherzen.
Die Spielzeit ist eröffnet mit einem donnernden Rooooooaaaaaaar!!!! und kräftigen Tatzenhieb vom Schauspielhaus und seinem indischen Plakatmaler V. Jeevananthan!
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Wäre das ein Film noir und kein Stück von Karl Schönherr, man würde von einer Femme fatale sprechen. Aber damals in Tirol hat man eine Frau, die mit den Männern spielt, halt noch Weibsteufel genannt. In einem tief im Wald gelegenen Haus lebt ein Schmuggler, der seine Geschäfte durch einen aufmerksamen jungen Grenzjäger bedroht sieht. Die Frau des Schleichhändlers...
Der Hausherr sitzt hoch oben im Bühnenhimmel und späht in sein Theater. Aischylos’ «Orestie» beginnt mit der Mauerschau eines Wächters: Auf dem flachen Dach des Atreushauses wartet er auf ein Feuerzeichen aus Troja – ist der Krieg gewonnen, kommt Agamemnon zurück? In seiner Inszenierung am Pariser Théâtre de l’Odéon, das er seit dieser Saison leitet, spielt Olivier...
Bescheidenheit sieht anders aus: Ein brüllend bunter MGM-Löwe auf dem Titel fletscht seine makellosen Eckzähne dem Publikum entgegen. Der Spielzeitprospekt des Zürcher Schauspielhauses ist mit reißerisch noch zurückhaltend beschrieben und legt auch keinen Wert auf lange Haltbarkeit. Papier und Format wie eine Tageszeitung, die Motive im Stil von Bollywood-Plakaten....
